Secret Speyside 26 Mancarella, Ben Nevis 1996 Sansibar und Secret Speyside 29 Sansibar Exclusives für deinwhisky.de

Die geheimen Speysider liebt oder hasst man. Zwei davon habe ich heute im Glas. Überall ließt man von den Diskussionen um sogenannte Secret-Abfüllungen, bei denen der Name der Brennerei nicht genannt werden darf oder der Name auch nicht bekannt ist. Die Sache kann man von zwei Seiten sehen. Viele Genießer wollen wissen, was sie da im Glas haben. Ihnen ist es wichtig, die Brennerei, das Alter und möglichst viele Informationen über den Whisky zu kennen. Dann gibt es die Genießer, die machen minimale Abstriche in Puncto Transparenz, in dem es diesen Leute egal, ist, ob da nun ein Name auf der Flasche steht oder nicht, so lange die Qualität stimmt und auch die sonstigen Infos ausreichend sind.

Ich persönlich zähle mich eher zur zweiten Gruppe. „Eher“ weil ich natürlich auch vornehmlich Malts genieße, von denen der Name bekannt ist. Jedoch spricht ein großer oder sollte ich besser sagen hoher Faktor für Secret Abfüllungen und das ist der Preis. Man bekommt ohne die Namensrechte oft tolle Malts zu einem sehr viel günstigeren Preis.

Zwei solcher Abfüllungen und einen Malt, wo der Name der Brennerei verwendet wird habe ich heute im Glas.

Secret Speyside 26 Jahre 1993/2020 Sherry Cask Mancarella & deinwhisky.de 49,7% vol.

Nase: Voll und komplex steigt der Whisky in die Nase und eröffnet zeitgleich den Weg in unendlich viele verschiedene Richtungen. Auf der einen Seite ist da ein ganz klares, knackiges Profil, fast Maritim nur ohne Jod und Tang. Dazu volle Orangennoten, aber auch reife Äpfel und etwas frisch aufgebrühter Earl Grey Tee. Vielleicht auch ein wenig Kamille. Unterschwellig machen sich nun Trockenfrüchte immer mehr Platz. Da sind getrocknete Pflaumen, Datteln und Cranberries mit ein paar Splittern Herrenschokolade dazwischen. Alles wird umgeben von genau richtig dosiertem Holzeinfluss. Kein frisches, sondern trockenes, altes Holz. Und ich habe ein wenig Staub in der Nase, wie der Geruch, wenn man ein altes Buch aus dem Regal zieht. Mit noch mehr Zeit im Glas und verfliegendem Alkohol, zeigen Sich Anklänge von Mirabellen und die Orange tritt in den Hintergrund. Honig, Lebkuchengewürze und eine feine Nussigkeit ergänzen das Aroma. Ich bin schon jetzt beeindruckt.

Geschmack: Die Vorstellung geht auf der Zunge nahtlos weiter. Der gesamte Mundraum wird ölig, ja fast wachsig ausgekleidet und auch hier zeigt sich die Komplexität des Malts. Vollmundige Saftorangen, leichte Bitternoten in Richtung Birnenschale, elegante Süße. Auch auf der Zunge sind sowohl gerade reife als auch getrocknete Früchte präsent. Wieder einige Pflaumen, eingelegte Rosinen und getrocknete Aprikosen. Wie schon bei anderen 1993er Secret-Abfüllungen aus dem Hause Mancarella, finde ich Wachs und leicht angebrannten Toast. Dezente Schokoladen- und nussige Röstaromen läuten den Abgang ein. 

Abgang: Medium bis lang und weiterhin vollmundig. Die Orange bleibt in Form ihrer leicht bitteren Schale bestehen, dazu ein angenehmer Holzeinschlag mit Piment, Leder und leicht gesüßtem Espresso. 

Ben Nevis 24 Jahre 1996/2020 Sansibar Whisky for deinwhisky.de 43,9% vol.

Nase: Bereits in der ersten Nase zeigt sich, dass hier ein Ben Nevis im Glas ist. Trotzdem ist der hier anders, als die, die ich bisher im Glas hatte. Zu Beginn noch recht verschlossen, kommen mit der Zeit hellfruchtige Aromen in Richtung reifer Zitronen, grüner Äpfel, unreifer Pfirsiche und Sternfrucht durch. Außerdem weiße Schokolade und Vanille, etwas Kuchenteig, aber auch herbere Noten. Diese gehen in Richtung Bergamotte, aber auch Backkakao. Mit der Zeit wird der Malt etwas fleischig in der Nase, dazu Kuchenkräuter. 

Geschmack: Süße Zitronencreme, Pfirsich, weißer Pfeffer, wieder weiße Schokolade. Gleichzeitig herb mit Grapefruitschale und Earl Grey. Mit dem zweiten Schluck gehrt die Frucht zurück. Pfirsiche, helle Weintrauben, Mirabellen, Birnen. Dazu Wermutkraut und Thymian. 

Finish: Medium. Die Weintrauben bringen nun die Tanine mit. Ein wenig Pfeffer bleibt und eine süß-saure Zitrusnote bleibt.

Secret Speyside 29 Jahre 1991/2020 Sansibar Whisky for deinwhisky.de 49,1% vol.

Nase: Uhhh schöne Nase. Ordentlicher Holzeinfluss gleich zu beginn. Karamellisierter Zucker und Vanillie, Butterkeks, Waldhonig, Harz, ebenso Waldboden. Dazu etwas Orange, etwas Minze und Wachs. Wirkt extrem voll und fett.

Geschmack: Süß und herb zugleich. Das Fass hat ordentlich gearbeitet. Die Nase wird fast genau wiedergegeben, nur dass die Vanille etwas mehr im Vordergrund steht.

Abgang: Medium. Trockenes Holz, Vanille, weißer Pfeffer und ein wenig Orangenschale. 

Für mich ist das Joint Bottling aus dem Jahre 1993 hier der uneingeschränkte Sieger, auch wenn sich die anderen beiden Abfüllungen absolut nicht verstecken müssen. Besonders der zweite Secret Speyside mit 29 Jahren konnte mich überzeugen, da hier wenige aber dafür wundervoll abgestimmte Aromen aufeinander treffen. Wenn mich nicht alles täuscht, könnte das ein Ma…… sein. Aber nichts genaues weiß man nicht. Beim Ben Nevis bin ich unschlüssig. Ein tolle Malt keine Frage, trifft nur leider aktuell nicht auf mein Beuteschema zu.

Wer nun Blut geleckt hat, schaut am besten mal im Shop von deinwhisky.de vorbei. Vor allem die Exklusiv-Abfüllungen haben es wirkliche in sich: https://www.deinwhisky.de/exklusiv/

An dieser Stelle vielen Dank an Sebastian von deinwhisky.de für die kostenfreien Samples.

Sláinte

Mr Barleycorn

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