Lucky Number 13 – Glenrothes vs. Deanston aus der Whic Tarot Serie

Das neuste Baby im Hause Whic.de ist die Tarot-Serie, die in Zusammenarbeit mit Signatory Vintage nun schon in die zweite Runde geht. Arne und sein Team verstehen Whisky schon immer als Gesamterlebnis. Das hat man schon bei frühen Eigenabfüllungen wie zum Beispiel der Sujet-Serie gemerkt. Auch die Tarot-Serie spricht nicht nur die Geschmackssinne an, sondern bietet auch Optisch einiges. Ein tolles Artwork, das jede Flasche ziert, eine Sammelkarte zu jeder der insgesamt 22 Tarot-Abfüllungen und nicht zuletzt der Decanter lassen das Genießer- und nicht zuletzt auch das Sammlerherz höher schlagen. Den Anfang der Serie hat bereits vor einigen Wochen ein 13 Jahre alter Glenrothes aus dem first-fill Butt gemacht. Nun folgt die Nummer Zwei der Serie mit einem ebenfalls 13 Jahre alten Single Malt aus der Deanston Brennerei. Dieser durfte jedoch in einem first-fill Sherry Butt reifen. Mir ist bei den Abfüllungen der Signatory Un-Chillfiltered Collection schon diverse Male genau das aufgefallen: Mal wird als Fassart first-fill Butt angegeben und mal first-fill Sherry Butt. Ich gehe eigentlich davon aus, dass es sich bei einem Butt immer um ein Sherry Fass handelt. Dem scheint jedoch nicht so zu sein, da Butt ja nur die Größe des Fasses angibt. Es ist wohl auch so, dass Fässer oft nur als Butt bezeichnet werden, wenn es sich um 3rd oder 4th-fill Geschichten handelt, da dann der Sherryeinfluss minimal ist. Eine antwort, wo genau der Unterschied zwischen first-fill Butt und first-fill Sherry Butt liegt, habe ich bisher nicht gefunden. Vielleicht weiß ja eine/r von Euch mehr 😉 Vielleicht ist ja auch einfach kein Platz auf den Labels gewesen.

Die ersten zwei Abfüllungen der whic.de Tarot-Serie

Doch nun zurück zu den beiden Malts. Beide wurden, wie bereits weiter oben erwähnt, von Signatory Vintage abgefüllt und weder gefärbt noch kältefiltriert. Der Glenrothes bringt ganze 61,8% Vol. auf die Uhr und der Deanston „gerade einmal“ 50,2% Vol.. Dann wollen wir mal…

Glenrothes 2006/2020 – 13 Jahre I. The Magician (whic Tarot)

Nase: In der Nase erhalte zuerst weiche buttrig-süße Noten, die sehr an Karamell und Gebäck erinnern. Dazu gesellt sich Vollmilchschokolade und ein wenig Frucht. Diese geht eher in Richtung reife Orange. Weiterhin finde ich Zimt, Haselnüsse, Muskat und ein wenig frisch gesägtes Holz. Mit der Zeit treten ätherische Öle aus dem Glas, die den Eindruck frisch gebrochenen Nadelgehölzes vermitteln. Der Alkohol ist schön integriert und ist trotz der knapp 62% Vol. kaum spürbar.

Geschmack: Auf der Zunge habe ich dann auch ein schönes, fast klebriges Mundgefühl. Der Mundrauch ist ölig ausgekleidet und vor allem die Gebäcknoten treten in den Vordergrund. Süße Vanille, Kakaomasse, Nussschokolade, schwarzer Pfeffer, wieder Karamell und ein Spritzer Orange.

Finish: Medium mit Muskat, Zimt und verweilender Süße. Das Holz bringt eine dezente Würze und auch hier nun etwas Orangenabrieb.

Deanston 13 Jahre II. The High Priestess (whic Tarot)

Nase: Die Nase kommt eher fruchtig daher. Orangen, Himbeeren, reife Äpfel und Rosinen. Doch mit etwas Zeit im Glas wandelt sich die Nase in Richtung trockener Sherry. Die Süße tritt in den Hintergrund und Holz und Leder übernehmen das Ruder. Dann wieder rote Frucht. Entwickelt sich toll, wenn auch keine Komplexitätsbombe, dafür aber auch nicht vom Sherry erschlagen. Auch hier ist der Alkohol perfekt eingebunden.

Geschmack: Auf der Zunge passt für mich alles zusammen. Süße, würzige Eichennoten und dezente Frucht sind perfekt ausbalanciert. Etwas Honig, dunkle Schokolade, dunkles Malz und eine Prise Zimt gesellen sich dazu. Die Frucht wird mit der Zeit wieder deutlicher in Richtung eingekochter Pflaumen. Cremig ohne Ölig zu sein. Toll!

Finish: Medium. Der Abgang fällt weniger bitter aus als erwartet. Es bleibt ein wenig Honig, Pfeffer und Kakao.

Fazit:

Ich war beim Glenrothes eher skeptisch, wurde aber positiv überrascht. In der Weihnachtszeit stelle ich mir den echt super vor. Hohe ABV Zahlen über 60% Vol. sind mir immer ein wenige ein Dorn im Auge, hier funktioniert es aber. Die Nase wird mit der Zeit immer voller und voluminöser. Gefällt mir wirklich gut. Der Deanston schießt für mich aber den Vogel ab. Hier passt für das junge Alter wirklich alles zusammen. Fast gefährlich süffig. Die fassstarken 50,2% Vol. tragen die Aromen und verleihen dem Malt kraft. Nicht eine Fehlnote, nur Genuss! Bin mal wieder positiv überrascht worden. Das war wirklich ein guter Tag zum verkosten 🙂 Ich bin gespannt, was noch für Schätze aus dem Fasslager von Signatory Vintage für dies Tarot-Serie geborgen werden.

Wie immer könnt ihr alle whic.de Abfüllungen hier finden: https://whic.de/abfueller-whic/

Ich danke Melisa von whic.de für die beiden kostenfreien Samples!

Slainte

Mr Barleycorn

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