Bunnahabhain 2005/2020 vs. Old Pulteney 1998/2011

Heute möchte ich einmal einen nicht einmal eine Wochen alten Malt gegen einen verkosten, der schon 9 Jahre in der Flasche nachreifen durfte. Genauer gesagt habe ich heute einen 15 Jahre alten Bunnahabhain abgefüllt von Douglas Laing für deinwhisky.de und einen 12-jährigen Old Pulteney abgefüllt von Gordon & MacPhail für La Maison du Whisky im Glas. Soweit so unterschiedlich. ABER: beide Malts durften im exBourbon Cask reifen, sind nicht rauchig und bekannt für ihren maritimen Einschlag. Daher dachte ich, dass ein Vergleich ganz gut passt. Der Bunna durfte für 15 Jahre in einem refill Bourbon Barrel reifen, bevor er im September diesen Jahres mit 54,9% Vol. Fassstärke auf 225 Flaschen verteilt wurde. Der Old Pulteney durfte nur 12 Jahre reifen, das aber dafür in einem first-fill Bourbon Barrel. Abgefüllt wurde der Malt aus Wick im Oktober 2011 mit 45,0% Vol..

Bild: deinwhisky.de

Bunnahabhain 15 Jahre 2005/2020 Old Particular Douglas Laing for deinwhisky.de 54,9% vol.

Nase: Sofort steigt eine intensive Vanillenote aus meinem Nosingglas. Dazu gesellt sich eine reife Zitrusnote, Zuckerguss, Malz, Hefe und weiße Schokolade. Mit der Zeit tritt die Vanille in den Hintergrund und maritime Noten übernehmen das Ruder. Alles wirkt Frisch und spritzig und vielleicht ist da entfernt auch eine unreife Birne. Der Alkohol ist sehr gut eingebunden.

Geschmack: Auf der Zunge anfangs sehr forsch aber zugleich durch die Süße gezähmt. Der Mundraum wird angenehm ölig ausgekleidet. Keksteig mit Vanille und Nuss, in Richtung Vanillekipferl. Wieder sind es reife Zitronen und etwas Sternfrucht, die auf der Fruchtseite den Ton angeben, wenn auch eher zaghaft. Etwas Eichenwürze kribbelt auf der Zunge. Mit der Zeit kommen Erdige Noten hinzu. Sehr schön.

Finish: Der Abgang ist mittellang und kommt mit hellem Holz, Zitrusabrieb und etwas Zuckerguss daher.

Old Pulteney 12 Jahre 1998/2011 Gordon MacPhail for La Maison du Whisky 45,0% vol.

Bild: whiskybase.com

Nase: Ungesüßte Vanille, auch hier reife Zitrone, vielleicht schon zu reif. Außerdem Riesling, Sägespäne, Blütenhonig, Seebriese, nasser Sand und Heidekraut. Reichlich komplex für das Alter. Der Alkohol ist auch hier sehr gut eingebunden.

Geschmack: Voll trifft der Malt auf die Zunge. Die Vanille ist nun intensiver und auch süßer. Crème brûlée trifft es ganz gut. Dazu frisches Brot mit etwas Butter und wieder Blütenhonig. Wie der Bunna ist auch der Pulteney nicht wirklich auf der Fruchtseite. Die Zitrusnoten sind da, aber nicht vordergründig. Die Weinnote aus der Nase ist auf der Zunge leider nicht mehr vorhanden. Gefällt mir dennoch sehr gut.

Finish: Medium, dennoch voll und rund. Die Süße bleibt im Mundraum kleben und auch hier keine Bitterkeit, nur etwas helles Holz, geröstete Haselnüsse und ein Touch Espresso.

Fazit: Nicht nur auf dem Papier haben diese beiden Gemeinsamkeiten. Der Ersteindruck und der maritime Grundcharakter mit exBourbon Einfluss sind bei beiden Malts maßgeblich. Dennoch sind sie absolut unterschiedlich. Der Bunnahabhain ist ein maritimes Vanillekipferl in Fassstärke: Zucker, Nuss, Mehl und eine Prise Salz gepaart mit frische und etwas Zitrus. Der Pulteney ist aufgrund seines niedrigeren Alkoholgehalts nicht so stürmisch, aber nicht weniger vielfältig. Dennoch würden ihm 2-3% mehr recht gut stehen und vor allem den Gaumen knackiger machen. Den Old Pulteney gibts es schon länger nicht mehr zu kaufen, aber beim Bunnahabhain hat man aktuell noch die Möglichkeit, ihn bei deinwhisky.de zu beziehen.

Ich danke an dieser Stelle Sebastian von deinwhisky.de für das kostenfreie Sample des Bunnahabhain 15.

Sláinte

Mr Barleycorn

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