Blair Athol 1995/2019 The First Editions

Ich bin schon länger auf der Suche nach einem bezahlbaren Blair Athol mit ein wenig Alter gewesen. Dabei stößt man unweigerlich auf die Signatory Vasen aus 1988 oder 1989. Leider sind diese entweder Vergriffen oder werden zu unfassbaren Preisen angeboten. Aber auch die etwas jüngeren Abfüllungen von The First Editions haben sich in den letzten beiden Jahren recht großer Beliebtheit erfreut und konnten mit ihrer Qualität überzeugen. Und das zu einem akzeptablen Preis. Als vor ca. einem Monat ein weiterer Blair Athol von Edition Spirits in einigen Shops erschien, habe ich eine Flasche geteilt und kann euch heute meine Eindrücke schildern.

Blair Athol ist eine Brennerei in den Highlands – genauer gesagt in Pitlochry. Die Brennereigebäude sind ein absoluter Blickfang und sicher auch Touristenmagnet. Bereits seit 1798 wird hier offiziell Whisky gebrannt. Der Malt der Brennerei ist im Wesentlichen für den Bell’s Blended Scotch bestimmt. Nur ein äußerst geringer Teil wird als Single Malt abgefüllt. Die Quasi-Originalabfüllung stammt aus der Flora & Fauna Reihe. Ab und an gibt es zudem Diageo Special Releases, wie zum Beispiel einen 23-Jährigen im Jahr 2017. Will man also in den Genuss eines Blair Athol kommen, muss man wohl eher bei den UA’s suchen.

Der 24-Jährige Blair Athol von The First Editions wurde 1995 destilliert und im vergangenen Jahr abgefüllt. Der Malt durfte über die gesamte Zeit hinweg in einem Sherry Butt lagern und wurde anschließend in Fassstärke mit 55,1% Vol. abgefüllt. Auf Kältefiltration und einen extra Schuss Farbe wurde verzichtet. Klingt erstmal richtig gut! Ich bin gespannt.

Nase: Schöne klare Sherrynase. Eine Vielzahl von dunklen Aromen strömt aus dem Glas. Da sind reife Brombeeren, Pflaumen, Kirschen, Marillen, Marzipanschokolade und etwas frisches Holz. Ganz entfernt brennt gerade ein einzelnes Streichholz ab. Mit der Zeit kommen Kaffeenoten und ein paar Kräuter in Richtung Minze und Lavendel hinzu. Die Nase macht sofort Lust auf mehr!

Geschmack: Der Highlander zeigt auf der Zunge seine vollen 55,1% Vol. und kommt mit ordentlich Kraft daher. Die beerige Frucht tritt nun in den Hintergrund und dunkle Schokolade ist das Erste, das ich ausmache. Dazu kommen Zitrusaromen einer Orange, Marzipan, Kaffee, ein wenig Leder und eine deutliche Würze der Eiche. Ich tippe hier auf Europäisches Fabrikat. Trotzdem übernimmt kein Aroma das Zepter. Die Finesse der Aromen bildet einen schönen Kontrast zum Kraftvollen Antritt.

Finish: Medium mit etwas Orange, ungesüßtem Espresso und einem Hauch Eiche.

Fazit: Für knapp 130 Euro aktuell ein No-Brainer, wie man so schön sagt. Ich bin begeistert und bin froh, dass ich etwas mehr als die üblichen 5cl aus der Teilung behalten habe. Man hat hier definitiv keinen Old School Sherry Malt. Stattdessen aber einen klaren modernen Malt, der zeigt, dass es auch noch Fässer gibt, die nicht nur so vor Aromen strotzen sondern auch dem Malt noch Platz lassen. Sehr schön!

Sláinte

Mr Barleycorn

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