DeinWhisky.de Exklusivabfüllungen

Aktuell findet man immer mehr neue Whisky-Online-Shops. Sei es für den Exklusivvertrieb der eigenen Marken wie bei clos19.com oder der kleine Shop mit den eigenen Lieblingsabfüllungen. Ein Shop hat sich in den letzten beiden Jahren für mich zu einem Dauerbrenner entwickelt – deinwhisky.de. Der Grund ist recht einfach genannt: nur wenige andere Shops haben eine so große Vielfalt unabhängiger Abfüller im Portfolio. Das ist natürlich als fortgeschrittener Genießer interessant, da man hier die beliebten Single Cask Bottlings bekommt, die wir alle so schätzen. Knapp 70 unterschiedliche Abfüller sind in dem Shop zu finden und ich finde, das ist mal eine Hausnummer. So ist es auch kein Wunder, dass ab und an auch mal die ein oder andere Exklusivabfüllung den Weg in den Shop findet. Diesen Trend kann man auch bei allen anderen größeren Online und Lokalen Shops finden. Uns Genießer freut das natürlich auf der einen Seite. Auf der anderen Seite wird man so natürlich of zu Käufen verleitet, die man wohl eigentlich nicht tätigen wollte. Ich erinnere an die Local Dealer Selection, die 25-Jahre whisky.de Abfüllungen oder auch die Private Edition der Whiskybotschaft. Hinzu kommt, dass immer mehr Shops auch selbst zu Abfüllern werden. Ganz vorn mit von der Partie sind hier das Brühler Whiskyhaus und whic.de. Man hat im Moment wirklich die Qual der Wahl.

Mich als Blogger freut diese Entwicklung gleich doppelt. Zum einen gibt es viele interessante Whiskys, die es zu verkosten gilt und zum anderen findet man unter diesen Exklusivabfüllungen immer wieder echt Schätze.

Heute habe ich also Abfüllungen vor mir, die exklusiv für deinwhisky.de abgefüllt wurden – drei Stück an der Zahl, alle drei ungefärbt und ungefiltert, in Fassstärke abgefüllt und aus dem Sherryfass. Nummer Eins kommt aus einer der Brennereien, die für ihre sherryfassgereiften Malts bekannt ist – Glendronach. Außerdem habe ich von Sebastian, dem Betreiber des Shops, noch zwei weitere Samples zugesandt bekommen, die beide FAST identisch sind. Es handelt sich um zwei Whiskys aus einer meiner Lieblingsbrennereien – Tobermory. Abgefüllt wurden diese durch Claxton’s, einem Abfüller, mit dem ich noch gar keine Berührungspunkte hatte. Warum schreibe ich FAST identisch? Nun ja, es handelt sich um das gleiche Destillat, das einmal in exOloroso Sherry-Fässern und einmal in exPX Sherry-Fässern nachreifen durfte. Um nicht noch detaillierter zu werden, kommen wir gleich zur Verkostung:

glendronach_2007_6756Glendronach 12 Jahre 2007/2019 Oloroso Single Cask #6756 58,0% Vol.

Nase: Mein erster Eindruck in der Nase ist „herbstlich“. Ich denke an nasses Herbstlaub, dazu kommt eine angenehme Süße von Rosinen und etwas Rumtopf. Zudem hält der Malt zarte Orangenaromen bereit. Der Alkohol ist präsent, aber gut eingebunden und gibt dem Malt die nötige Kraft und Spritzigkeit. Mit der Zeit kommen Schokolade und Gewürze in Richtung Zimt und Muskat durch.

Geschmack: Auf der Zunge zeigen die 58% Vol. ihr volle Kraft und hauen ordentlich rein. Mein Tipp: Vorher einen Kalibrierungsmalt verkosten! Die Süße aus der Nase ist nicht so intensiv wie erwartet. Der Malt ist durch das Oloroso Cask deutlich mit den Typischen Aromen gespickt. Da sind dunkle Trockenfrüchte, wieder etwas Orange und nun auch bittere Schokolade. Nun finde ich auch die angegebenen Walnüsse. Mit der Zeit immer trockener werdend, hier werkeln ordentliche die Tannine der Eiche.

Finish: Medium bis Lang mit sich fortsetzender Trockenheit, Orangenabrieb, ungesüßtem Espresso und etwas weißem Pfeffer.

Tobermory 11 Jahre 2008/2019 PX Sherry Claxton’s 54,2% Vol.

tobermory_11_pxNase: Die Nase splittet sich gefühlt in zwei Teile auf. Auf der einen Seite finde ich frische, knackige, leicht mineralische Noten, die an nassen Stein und feuchten Sand erinnern. Auf der anderen Seit steht da der Sherry mit seiner Süße und den dunklen Früchten. Ich meine auch einen klitzekleinen Hauch Rauch wahrzunehmen. Im Hintergrund ist etwas, das an Grapefruit erinnert. Passt alles gut zusammen.

Geschmack: Der PX ist auf der Zunge das, was zuerst auffällt. Süße ohne Ende, rote Frucht, Rosinen, etwas Banane, Zuckerwatte und ein schönes öliges Mundgefühl. Dazu angenehme Schokoladennoten. Mit etwas Zeit auf der Zunge geht das ganz etwas in Richtung Würzigkeit, vielleicht sogar Fleischbrühe – das hat die erste Nase nicht erahnen lassen.

Finish: Medium, etwas Waldhonig, Schokolade und Grapefruit.

Tobermory 11 Jahre 2008/2019 Oloroso Sherry Claxton’s 55,3% Vol.

tobermory_11_olorosoNase: Oh, die Nase ist wirklich fein. Das Oloroso Fass passt meiner Meinung nach besser zum Destillat der Brennerei als das PX Fass. Da ist Kakao, Leder, etwas Marzipan und maritime Noten. Wieder kommt ein Hauch Rauch durch. Gleichzeitig auch hier Umami, an Schinken erinnernd. Coole Sache!

Geschmack: Mit 55,3% Vol. gut trinkbar und süßer als gedacht. Ich habe kaum Frucht auf der Zunge, dafür wieder Kakao, wie beim Glendronach schon Walnuss und etwas Orangensaft. Beim zweiten Schluck kommen Kräuter hinzu. Am ehesten ein wenig Liebstöckel.

Finish: Medium, dunkle Schokolade, Ingwer, Orangenabrieb und ein paar Sägespäne.

Fazit: 

Drei wirklich spannende Malts, die sich mit ihrer Qualität definitiv nicht zu verstecken brauchen. Mein klarer Favorit ist der Tobermory 11 aus dem first-fill Oloroso Octave. Hier passt das Destillat einfach super zum Fass und das Gesamtergebnis macht einfach Spaß. Blind hätte ich diesen Malt sicher auch etwas älter als 11 Jahre eingeschätzt. Wer es etwas süßer mag, der ist mit dem Glendronach Single Cask und auch dem Tobermory aus dem PX Fass besser aufgehoben. Wer sich für die beiden Tobermorys interessiert, der sollte schnell sein, da es pro Abfüllung nicht einmal 70 Flaschen gibt. Das liegt daran, dass hier Octave Fässer für die Nachreifung verwendet wurden. Diese fassen nur 50 Liter Whisky. Der Glendronach sollte etwas länge halten, da die Anzahl der Flaschen hier deutlich höher liegt. Schaut am besten bei deinwhisky.de vorbei, ob Ihr noch Glück habt.

Ich bedanke mich herzlich bei Sebastian von deinwhisky.de für die Zusendung der drei Gratissamples.

Ich möchte an dieser Stelle nochmals anmerken, dass die oben beschriebenen Eindrücke rein subjektiv sind. Ich erhalte weder eine Bezahlung noch Vergünstigungen für die Nennung von Shops und die Verkostung von Abfüllungen. Trotzdem ist es meine Pflicht, diese Beiträge als Werbung zu markieren, was hiermit und durch die Setzung der entsprechenden Hashtags erledigt ist.

Sláinte

Mr Barleycorn

 

 

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