Lough Gill Double

Bereits vor einigen Monaten konnte ich die erste Abfüllung der neuen Lough Gill Brennerei aus Sligo im Westen Irlands probieren. Ihr erinnert Euch, das war eine der neuen Brennereien, in der Billy Walker als Master Distiller mitwirkt. Der Athrú Annacoona First Edition 14 Jahre bestach durch süße und volle Sherry Aromen und machte für mich nicht den Eindruck eines Iren. Nun kamen gleich zwei neue Abfüllungen der Brennerei auf den Markt. Damit ist die Creation Trilogy des Athrú komplett. In den nächsten beiden Jahren werden nun zwei weitere Trilogien erscheinen, bis dann 22 der erste eigene Whiskey aus der Lough Gill Brennerei auf den Markt kommt. Nun aber zu den beiden heutigen Abfüllungen.

Als Nummer Zwei der Creation Trilogy haben wir den Athrú Knocknareader nach 11 Jahren in exBourbon Fässern ein 3-jähriges Finish in Oloroso Sherry-Fässern erhielt. Der Dritte im Bunde der 2019er Abfüllungen ist der Athrú Keshcorran, der ebenfalls 11 Jahre im exBoubon Fass lag, aber im Anschluss in Ungarischen Tokaji Fässern gefinished wurde. Beide Abfüllungen wurden mit 48% Vol. Abgefüllt. Wie auch schon der Athrú Annacoona, sind auch diese beiden Abfüllungen limitiert auf jeweils 6.600 Flaschen.

Athrú Knocknarea:

43521_athru_knocknarea_fl_gh_glNase: Die erste Nase erinnert mich kurz an einen Korb voller reifer Beeren. Allerdings nicht die extrem süßen Sondern eher leicht säuerlichen. Hinzu kommt eine angenehme Holznote in Form von frischen Sägespänen. Außerdem ist da etwas süßer Kaugummi und Kiefernnadeln. Im Hintergrund ist ein leichter Anflug von Schwefel in Form eines angebrannten Streichholzes zu erahnen, der mit der Zeit jedoch immer stärker wird.

Geschmack: Sehr gut eingebundener Alkohol, ein wunderbar öliges Mundgefühl und wieder die leicht säuerlichen Waldfrüchte. Dazu ein Schluck Kombucha, brauner Zucker und etwas Kaffee. Beim zweiten Schluck nun Süßer aber auch hier kommt wieder die Schwefelnote etwas durch, wenn auch sehr dezent.

Finish: Medium mit süßem Holz und überreifen roten Früchten, Backkakao und Honig.

Athrú Keshcorran:

Nase: Eher zurückhaltende Nase trotz ca. 30 Minuten an der Luft. Nun kommen langsam wundervolle Fruchtnoten aus meinem Glas. Im vergleich zum Knocknarea viel dezenter und filigraner. Da sind reife Birnen, Ananas, Litschi und ein paar unreife Bananen. Alles wird von eine süßen Honignote umgeben. Kein Stechen, keine Fehlnoten, ganz im Gegenteil, ich würde mir sogar etwas mehr Kraft wünschen.

43522_athru_keshcorran_fl_ghGeschmack: Auch auf der Zunge zeigt der Keshcorran sich von seiner besten Seite. Die Nase wird sehr gut repräsentiert und durch einige Küchengewürze wie Piment und Muskat erweitert. Außerdem finde ich noch Organen und getrocknete Aprikosen. Die Kraft, die mir in der Nase etwas gefehlt hat, ist auf der Zunge genau richtig dosiert.

Finish: Medium mit etwas weißem Pfeffer, trockener Eiche und Orangenschale.

Fazit: Interessant, dass beide Abfüllungen quasi komplett unterschiedliche sind. Während der Knocknarea wieder auf der Sherryseite spielt, findet sich der Keshcorran eher auf der exBourbon Seite ein, auch wenn er in Tokaji Fässern gefinished wurde. Mir sagt der Knocknarea durch seine Schwefelnote eher nicht zu. Manch einer würde ihn sicher als wunderbar dreckig bezeichnen. Wer also auf dreckige Laddies oder Springer aus dem Sherry Fass steht, der sollte hier unbedingt zugreifen. Ich persönlich finde den Athrú Keshcorran gelungener. Ich gehe sogar soweit und sage, dass er mein Favorit der 2019er Creation Trilogy ist. Er versucht nicht mit aller Gewalt zu gefallen und ist anfangs etwas zurückhaltend. Beschäftigt man sich dann etwas mit ihm, weiß er schnell zu überzeugen und bringt mit seiner tollen Fruchtigkeit richtig Freude. Sehr gelungen! Leider sind beide Abfüllungen mit 150€ nicht ganz billig, für Sammler aber ein Muss.

Solltet Ihr auch mal probieren wollen, dann habe ich einen Tipp für euch: bei beowein.de könnt ihr sowohl den Athrú Knocknarea als auch den Athrú Keshcorran als Sample bestellen und erhaltet den Kaufpreis des Samples im Falle des Kaufes einer Großflasche zurück.

An dieser Stelle möchte ich mich bei Christian vom Tröbnitzer Getränkehandel recht herzlich für die beiden Gartissamples bedanken.

Sláinte

Mr Barleycorn

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