Glenturret 1989 (Cask 234)

Nachdem der Glenturret 1989 aus Fass 234 aus der Signatory Vintage Cask Strength Collection nach einigen Ü90 Bewertungen in der Whiskybase und dem ersten und bisher einzigen Verkostungsvideo von Tasting Notes für einen ordentlichen Run auf die Abfüllung und ihre Schwesterfässer geführt hat, habe ich mich auch ein mal daran gemacht, das gute Stück zu verkosten.

img_20190531_210726739587040747005978.jpgIm Hause Glenturret, der offiziell ältesten derzeit in Produktion befindlichen Brennerei Schottlands, tut sich gerade einiges. Die Brennerei wurde verkauft, wird zukünftig nicht mehr für The Famous Grouse produzieren und ihre Produktion vollständig als Single Malt Scotch Whisky abfüllen. Bloggerkollegin Margarete Marie und Lost-Distillery-Jäger Jens Fahr konnten sich im Frühjahr selbst von den anstehenden Neuerungen ein Bild machen. Für alle Interessierten gibt es einen sehr schön geschriebenen und höchst interessanten Reisebericht auf Margarete Maries Blog whiskyundfrauen.

Für die heutige Verkostung habe ich mir wie gesagt den Glenturret 1989 aus Fass 234 aus der Signatory Vintage Cask Strength Collection herausgesucht. 29 Jahre durfte das Destillat in einem Hogshead heranreifen, bevor es fassstark mit 44,6% Vol. abgefüllt wurde. Die Englein scheinen recht durstig gewesen zu sein, denn nur 250 Flaschen kamen noch aus dem Hoggy heraus. Wie bei Signatory üblich, wurde nicht gefärbt und auch nicht kühlgefiltert. Mal sehen, ob der Malt dem Hype gerecht wird…

Nase: Ich war kurz nach dem eingießen eher ernüchtert. Nach zehn Minuten jedoch vollkommen hin und weg, was da für ein Fruchtsalat aus dem Glas kommt. Nach 30 Minuten bin ich immer noch nicht bereit zu trinken, da ich immer mehr entdecken kann. Da sind haufenweise helle, reife Früchte, die schon eher ins Exotische und den Süden gehen: Reife, hellfleischige Plattpfirsiche, Litschis, Sternfrucht und leichte Zitrusnoten, die aber sehr dezent ausfallen. Außerdem typische exBourbon-Vertreter alá Vanille und etwas Karamell. Ich fühle mich wie am Frühstückstisch im Sommer mit Brötchen und einem Glas Honig aus Vadders Nachbars Garten. Im Hintergrund ist wohl irgendwo eine Tasse Kaffee umgefallen und gibt dem ganzen zusätzliche Komplexität. In der Nase auch leicht bitter, was aber perfekt zum Gesamtbild passt.

Geschmack: Fast Likörartig und süß eröffnet sich auch auf der Zunge die volle Fruchtladung. Die Nase wird hier sehr gut repräsentiert. Hinzu kommt etwas Earl Grey, Thymian und Rosmarin, Butterkeks und Muskat. Der Alkohol ist super eingebunden und absolut unaufdringlich.

Abgang: Medium, Vanille, Honig, immer weiter zart Fruchtig und dezentes trockenes Holz.

Fazit: Ha, was für ein Knaller. Fruchtexplosion pur im Glas. Nachdem der Glenturret zu Beginn nur sehr zaghafte Aromen frei gibt, entwickelt er sich nach einigen Minuten rasant. Mit jeder Minute kommt eine neue Komponente dazu und ich bin mir sicher, dass ich den Malt bis jetzt noch nicht ganz entschlüsseln konnte. Das ist auch nicht mein Ziel. Bisher hatte ich nur ein Sample des Cask 234. Bei der Großflasche habe ich sicher die bekannte Aufreißhemmung, denn wenn sie weg ist, ist sie weg. Aber ins Glas kommt sie definitiv früher oder später.

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