Laphroaig 2012/2019 Douglas Laing

Irgendwann zu Beginn diesen Jahres laß ich davon, dass sich Die Whiskybotschaft unter dem Namen „It’s never too late for Cask Strength“ fortan auch selbst als unabhängiger Abfüller betätigen will. Bisher gab es ja bereits die ein oder andere interessante Abfüllung für die Whiskybotschaft aus dem Hause Signatory. Unter dem Label „It’s never too late for Cask Strength“ wurde in Zusammenarbeit mit Douglas Laing nun ein fassstarker Laphroaig abgefüllt. Die Sache mit dem Unabhängigen Abfüller ist also nicht ganz richtig. Tim Tünnermann erklärt im Blog der Whiskybotschaft, dass er der Meinung ist, dass nicht nur die Brennereien selbst sondern auch die unabhängigen Abfüller ein paar Schätze in ihren Warehouses liegen haben. Daher sollen unter dem neuen Label Fässer für die Whiskybotschaft von unabhängigen Abfüllern abgefüllt werden. Ob die Qualität sich dann von anderen Serien unterscheiden wird, bleibt abzuwarten und ist meiner Meinung nach fraglich. Durch den anhaltenden Boom und die damit verbundene Nachfrage nach Whisky ist auf dem Markt jedes gute Fass ruck zuck verkauft. Von der Vorstellung, dass UA’s und Händler romantisch durch die Warehouses wandern und nur Hammer-Whisky mit nach Deutschland bringen, muss man sich getrost verabschieden. Oftmals gilt „friss oder stirb“ und Fässer werden zum teil blind gekauft, da sie sonst zum Beispiel nach Asien wandern. Ich drücke Tim und seinem Team auf jeden Fall die Daumen, dass ihm seine guten Kontakte helfen, an wirklich gute Fässer zu kommen.

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Nun jedoch zur ersten Abfüllung unter dem neuen Label, dessen Name mir noch etwas holperig über die Lippen geht – „It’s never too late for Cask Strength„. Ein Laphroaig also. „Nur“ 6 Jahre alt. Das muss nichts heißen. Zuletzt habe ich einen 8-jährigen Laphi aus der Darkness-Serie verkostet und war schlichtweg begeistert. Wie der Name schon sagt, ist dieses Exemplar vor mir in Fassstärke (59,8% Vol.) abgefüllt und weder gefärbt noch kühlgefiltert. Die sechs Jahre, und um genau zu sein 11 weitere Monate, verbrachte der Malt in refill exBourbon Barrels. 264 Flaschen wurden abgefüllt, die über die Whiskybotschaft erhältlich sind.

Nase: Süßer, medizinischer Rauch strömt sofort aus dem Glas. Man muss nicht einmal nah an das Glas heran, um die intensiven Noten wahrzunehmen. Mit etwas weniger Abstand sticht der kräftige Alkohol zuerst etwas in der Nase. Gibt man dem Malt jedoch 10-15 Minuten im Glas, verfliegt die anfängliche Schärfe in der Nase und weitere Aromen werden preisgegeben. Da ist nebem dem Rauch auch eine deutliche Vanillenote, Malz, Karamell, ein nasses Tau, Mullbinden, etwas Zitrusfrucht und entfernt zarte rote Frucht. Am ehesten in Richtung Himbeere.

Geschmack: Auch auf der Zunge ist der Malt intensiv süß und zugleich rauchig ohne Ende. Die ölige Textur überrascht mich nach nur knapp sieben Jahren positiv. Ich finde Vanillepudding, Ingwer, Müsli, alte Turnmatte und den für Laphroaig typischen Jodeinfluss. Der Alkohol ist für 60% wirklich gut eingebunden.

Abgang: Medium bis lang mit Getreide, Vanille und ein paar für mich sehr passenden metallischen Noten. Der Rauch hallt noch lange nach.

Fazit: Einmal mehr wird mit diesem Malt gezeigt, dass ein sehr guter Islay Malt nicht alt sein muss. Gerade die Einfachheit zeichnet nicht nur diesen, sondern auch andere Malts mit ähnlichem Aromenprofil aus. Es sei an dieser Stelle an den rauchigen Bunnahabhain für Wiljalba, dieses Blind-Sample oder die Octomore-Abfüllungen von Bruichladdich verwiesen, die allesamt unter 10 Jahre alt sind. Dieser Laphroaig reiht sich hier nahtlos ein. Wie schon beim letzten Review, ist auch hier der Preis für mein Verständnis mit 85€ recht sportlich angesetzt. Aber das ist anscheinend inzwischen bei Fassstärken völlig normal…

Sláinte

Mr Barleycorn

Ich danke der Whiskybotschaft für das kostenfreie Sample für diese Verkostung.

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