Glen Moray 10

IMG_20190220_143806.jpgHeute habe ich einen unabhängig abgefüllten Glen Moray 10 aus dem first-fill Sherry Cask im Glas. Der unabhängige Abfüller Douglas Laing hat schon im letzten Jahr mit einem Inchgower 22 aus der Old Particular Reihe ein richtiges Sherry Brett abgefüllt. Nach und nach wurde diese um Abfüllung ein kleiner Hype generiert, da das Preis-Leistungs- bzw. Preis-Genuss-Verhältnis extrem gut war.  Nun kommt mit dem Glen Moray ein noch recht junger Malt zu uns, der zumindest farblich in der gleichen Liga spielt. 596 Flaschen hat das Sherry Puncheon ausgespuckt und diese wurden ungefärbt und nicht kühlgefiltert mit immensen 66,7% Vol. Alkoholgehalt abgefüllt. Nach nur zehn Jahren im Fass sieht dieser Glen Moray aus wie Soja Soße. Ich bin gespannt, ob hier die Farbe alles ist oder ob der Geschmack auch überzeugen kann.

Nase: Der Alkohol ist sofort präsent und verursacht ein bissiges Stechen in der Nase. Kein wunder bei knapp 67% Vol. Alkohol. Mit etwas mehr Abstand zwischen Glas und Nase ist das erste, was ich wahrnehme Dunkle Schokonoten, Backkakao und Pflaumenmus. Ich füge auf 2cl Whisky 2 Teelöffel Wasser hinzu. Nun kommt Honig dazu. Außerdem finde ich in Rum eingelegte Rosinen, Nelken, Brombeeren, reife Pfirsiche und Tabak.

Geschmack: Unverdünnt betäubt der Alkohol den gesamten Mundraum. Deutlich bitter ist der Malt auf der Zunge und wird dann etwas süßer. Mit Wasser bleibt diese Bitterkeit erhalten und erinnert an Schokolade mit 80% Kakaoanteil. Außerdem sind da Earl Grey Tee mit seiner typischen Bergamottenote, Pfirsich, Rohrzucker und Taiga Wurzel (Wer die nicht kennt, sollte unbedingt mal die Limonade von Wostok probieren!). Das Wasser hilft dem Malt ungemein. Ich habe mir außerdem viel Zeit beim Verkosten genommen und immer wieder Pausen eingelegt.

Abgang: Medium, Backkakao, Kräuter, Orangenschale und massig Ingwer. Selbst mit viel Wasser ist der Malt im Abgang noch recht scharf und bitter.

Fazit: Puuuuhhh, schwierig für mich. An sich ist mir die additive bei diesem Malt viel zu stark und gleichzeitig die subtraktive Reifung so gut wie nicht vorhanden. Mit Wasser bessert sich das Bild und der Glen Moray wird etwas zahmer. Trotzdem wirkt der Sherry sehr aufgesetzt und der Malt mit seiner bitteren note für mich persönlich eher unrund. Schlecht ist er nicht. Er zeigt Kante und findet sicher seine Liebhaber. Zum Preis von ca. 80€ war der Glen Moray recht schnell ausverkauft. Wer Glück hat, findet aber sicher noch eine Flasche hier oder da. Mir reicht mein Sample

Sláinte

Mr Barleycorn

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