FOSM Blindtasting #6

Peter von Friends of Single Malt (FOSM) veranstaltet in regelmäßigen Abständen kleine Blind Tasting Challenges für seine Bloggerkollegen. Es tut das, weil er a) Spaß daran hat und b) den Lesern zeigen möchte, dass jeder individuell einen etwas anderen Geschmack hat. Ich habe nun schon einige Male teilgenommen und muss sagen, dass so ein Blind Tasting verdammt schwer ist. Andererseits kann man nur so Vorurteilsfrei an die Verkostung herangehen. Es macht auf jeden Fall Spaß an Peter’s kleinen und manchmal auch gemeinen Challenges teilzunehmen. In der 6. Edition, die nun auch schon ein Paar Wochen her ist, sollte es nun um eine ungewöhnliche Destillerie gehen. Alle Teilnehmer bekamen von Peter 4 Samples zugesandt. Dazu erhielt jeder die Folgende Aufgabenstellung:

  • Aufgabe 1: Welcher gefällt Dir am Besten?
  • Aufgabe 2: Welche Destillerie ist es?
  • Aufgabe 3: Was hast Du im Glas?
    • Typ,
    • Stärke,
    • Produkt?

IMG_20190123_205704.jpgEigentlich recht einfach, möchte man meinen. Meistens macht sich dann nach dem ersten Verriechen Ratlosigkeit breit. Dann fängt man an zu grübeln und zu probieren. Wo ordnet man diese Aromen ein? Hatte man den schon einmal im Glas oder nicht? Und was ist diese komische Note da im Hintergrund. Für drei bis vier Samples muss man sich natürlich auch etwas Zeit nehmen. Das habe ich getan und habe die folgenden Eindrücke, beginnend mit Aufgabe Nummer Drei, aufgeschrieben:

Aufgabe 3 Was ist habt ihr im Glas?
Sample 1:
Typ: Single Malt
Stärke: 40%
Produkt: Loch Lomond Original
Notes:
N: reife Birne, Vanille, weißer Pfeffer, frisch geöffnete Lackdose, Ananas, weiße Gummitiere
G: Süß, Vanille, Muskat, Gebäck, ein wenig helle Frucht
A: Medium, Süß und etwas Holz bleibt.
Sample 2:
Typ: Single Malt
Stärke: 40% – 43%
Produkt: Inchmurrin vielleicht?
Notes:
N: Was zur Hölle ist das? Soll man das trinken können? Merkwürdig parfümiert, 4711, richtig künstlich mit einem Schwall alter Schrankwand.
G: Holzig, etwas Fruchtiger als die Nase und Sample 1, Kiwi und Grapefruitschale
A: Medium, Pfeffer, Honig und Holz
Sample 3:
Typ: Single Malt
Stärke: 43% – 46%
Produkt: Wieder so ein Inchmurrin eventuell, aber gesetzter und voller als Sample 2.
Notes:
N: Süß, Lakritz, Vanille,  gesetzt, auch ungewohnt künstlich, parfümiert, etwas Kleber
G: Viel Holz, Bitterkeit, Orangenschale, Chilli
A: Medium, Orangeabrieb, Honig, weiter bitter
Sample 4:
Typ: Single Malt
Stärke: 43% – 46%
Produkt: Inchmoan wäre dann die logische Fortführung, da der hier leicht getorft ist…
Notes:
N: dunkle Frucht wie getrocknete Pflaumen und Rosinen, alte Truhe, Highland Torf, dunkle Schokolade und wieder etwas komisches: Schuhcreme.
G: Ölig, Highland Torf, Ingwer, Zuckerwatte, Backpflaumen, Rosinen.
A: Eher kurz, Honig, Kakao, Pfeffer
Kommentar:
Insgesamt fand ich sie alle irgendwie zu künstlich und diese parfümierten Noten wirken total abschreckend auf mich.
Das hat nicht so viel Spaß gemacht, wie die letzten Male. Ich bin wirklich auf die Auflösung gespannt!
Aufgabe 1: Welcher gefällt Dir am Besten?
Gefallen wäre übertrieben, aber am erträglichsten war Blind Sample Nummer 4
Aufgabe 2: Destillerie?
Keine Ahnung, wirklich. Wenn ich tippen müsste, würde ich Loch Lomond sagen.
Ob ich nun richtig lag oder nicht, könnt ihr ganz einfach hier nachlesen.
Nachdem alle Teilnehmer des Blind Tastings ihre Eindrücke an Peter gesendet haben, veröffentlicht er die Lösung in der Regel innerhalb eines Tages auf fosm.de. Die Spannung für mich als Teilnehmer ist in der Zeit zwischen Abgabe und Ergebnis immer recht hoch. Aber es ist auch witzig. Zu sehen, wie man manchmal selbst komplett daneben liegt und andere ebenso. Im Blind Tasting wird man immer sehr schön geerdet und man lernt seine olfaktorischen Grenzen kennen.
Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals bei Peter für die Organisation der Challenges bedanken! Es macht immer wieder viel Spaß und ich bin schon jetzt auf Nummer 7 gespannt!
Sláinte
Mr Barleycorn

2 Kommentare zu „FOSM Blindtasting #6

  1. Schöner Artikel zum Blind Tasting – und mit Loch Lomond lagst du ja ziemlich gut. Wir hatten beim Koval-Vertical-Tasting schon mitgemacht und fanden es ebenfalls spannend, sich mal wieder nur auf die Nase und den Mund zu verlassen und alle Assoziationen zu bestimmten Marken ganz außen vor zu lassen.

    Beim nächsten Blind Tasting Nr. 7 sind wir wieder mit dabei – du auch?

    Viele Grüße
    Lukas

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