The GlenAllachie 10 Cask Strength Batch 1 vs. Batch 2

Eines der Highlights aus dem Jahr 2018 war sicherlich Launch der neuen Core Range von  GlenAllachie. Es gab viel über die neuen Abfüllungen zu lesen, sehen und hören und dabei schieden sich die Geister etwas. Unter der Federführung von niemandem geringeren als Billy Walker, der zuvor schon GlenDronach, Glenglassaugh und BenRiach zu beachtlichem Erfolg verhalf, kamen zuerst im Februar 2018 sechs Single Cask Abfüllungen auf den Markt, um den 50. Geburtstag der Brennerei bzw. der ersten Destillation unter dem Dach der Brennerei zu feiern. Später, im Juli 2018, wurde dann die neue Core Range eingeführt. Diese besteht aus vier verschiedenen Abfüllungen, die 10, 12, 18 oder 25 Jahre reifen durften. Alle Whiskys der Core Range sind weder kühlgefiltert noch gefärbt und besitzen mindestens 46% Vol. Alkohol.

IMG_20190129_205340-1.jpgWer vorher noch nichts von The GlenAllachie gehört hat, braucht sich nicht zu wundern, denn bis vor einigen Jahren wurde bei GlenAllachie ausschließlich für die Blendindustrie Produziert. Gegründet wurde die Brennerei im Jahr 1967 von der MacKinley McPherson Ltd. Damit gehört GlenAllachie zu den jüngeren Brennereien in Schottland. Bereits im Februar 1968 wurde die Produktion aufgenommen und nach nur 6 Monaten wurden aus zwei Brennblasen schon vier. Doch schon 1985 war es das erst einmal mit GlenAllachie. Der Grund: MacKinley McPherson Ltd. wurde von der Muttergesellschaft an Invergordon Distillers verkauft. Doch bereits 4 Jahre später erfolge ein erneuter Eigentümerwechsel und Campbell Distillers ließen die Produktion wieder anlaufen. Damit befand sich die Brennerei nun unter dem Dach von Chivas und damit Pernod Ricard. 2017 dann erfolge ein letzter Eigentümerwechsel und Billy Walker, Trisha Savage und Graham Stevenson gründen die The GlenAllachie Distillers Company Limited.

IMG_20190129_205146.jpgIch habe mir heute den 10-Jährigen der Brennerei vorgenommen. Und da ich mit der Verkostung recht spät dran bin und bereits das zweite Batch dieser Abfüllung auf dem Markt ist, vergleiche ich die beiden einfach miteinander. Ich bin gespannt, ob ich Unterschiede entdecken kann und wenn ja, wie groß sie ausfallen. Die Rahmendaten sind jedoch bei beiden Abfüllungen nicht ganz gleich: 10 Jahre gereift sind sie beide, nicht kühlgefiltert und nicht gefärbt auch. Batch 2 durfte jedoch neben exSherryfässern (PX und Oloroso) und frischen Eichenfässern auch in amerikanischen Eichenfässern reifen. Das erste Batch musste noch auf die amerikanische Eiche verzichten. Auch im Alkoholgehalt unterscheiden die beiden Batches sich. Batch 1 wurde mit 57,1% Vol. Alkohol abgefüllt. Batch 2 kommt mit etwas weniger aus und bringt es auf 54,8% Vol.. Es wurde also nach dem Release des ersten Batches nochmals nachjustiert. Ich bin gespannt, wie die beiden sich im Glas machen und schenke beide ein…

Batch 1:

Nase: Eine süße Mischung aus Honig, deutlicher Vanille und Butterkeksen ist das erste, das ich wahrnehme. Dazu gesellen sich Limetten, Kräuter, frisch getoastetes Brot und ein süßer Weißwein. Mit etwas zeit und zwei-drei Tropfen Wasser, öffnet sich der Malt und wirk voller und süßer und bringt gebrannte Mandeln und einen unreifen Pfirsich hervor. Der hohe Alkoholanteil ist sehr gut eingebunden und in der Nase fast nicht zu spüren.

Geschmack: Auf der Zunge schiebt das Batch 1 mit seinen 57,1% Vol. ordentlich voran, ist aber auch hier zu allererst süß und von der Vanille geprägt. Ein intensives, aber nicht brennendes Prickeln auf der Zunge setzt ein. Außerdem ist der Malt sehr ölig und bringt jede menge Holzeinfluss mit. Da sind außerdem Birnen und dunkle Schokolade. Mit Wasser dann einige Röstaromen, die ich wahrnehme. Wieder profitiert der Malt vom Wasser und wird süßer und voller.

Abgang: Mittellang und schön wärmend mit Holz, Backkakao und Honig.

Batch 2:

Nase: Oh, das ist interessant. Die Nase ist ganz anders und bringt eine Note mit, die ich auf Anhieb nicht definieren kann. Etwas muffig, wie nasses Holz oder auch ein nasses Tau. Wieder ist da eine süße Vanillenote und Honig mit Kräutern. Außerdem finde ich roten Apfel, Toffee, gezuckerte Grapefruit, Banane. Ein wenig denke ich an ein Stück Handseife. Mit Wasser öffnet sich auch das Batch 2 und wird schokoladiger und wirkt insgesamt dunkler.

Geschmack: Süß, ölig, malzig. Da sind mit Schokolade überzogene Rosinen, Honig, ein Stück Apfel-Mandel-Kuchen, Rosmarin, viel Holz, etwas Minze und leicht bittere Birnenschale.

Abgang: Medium mit Honig, Ingwer und deutlichem Holz.

Fazit: Ich finde es total interessant, dass die beiden Batches so deutlich voneinander zu unterscheiden sind. Blind hätte ich vielleicht gerade so auf die gleiche Brennerei getippt, niemals aber auf die das gleiche Produkt, nur eben aus einem anderen Batch. Beide Batches sind nicht sonderlich komplex oder extravagant. Batch 1 kommt eigentlich wie ein typischer exBourbon Whisky daher. Kein Schnickschnack, aber auch nichts aufregendes. Batch 2 hingegen, bringt mehr eigenen Charakter mit und hat mir persönlich etwas mehr Freude bereitet. Inzwischen ist das erste Batch des GlenAllachie 10 bereits ausverkauft. Das zweite Batch ist jedoch noch entspannt bei so gut wie jedem bekannten Händler zu bekommen und kostet meist etwas mehr als 50€. Ein fairer Preis für das was man bekommt. Ich bin gespannt, ob die kommenden Abfüllungen nochmals andere Fasszusammensetzungen mitbringen werden.

An dieser Stelle möchte ich noch Kirsch Whisky für das kostenfreie Sample des GlenAllachie 10 Cask Strength Batch 2 danken. Großer Dank geht auch an Olli für  das Batch 1!

In diesem Sinne

Sláinte

Mr Barleycorn

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