V. Whisky-Messe auf Schloss Trebsen

Auch in diesem Jahr hieß es in Trebsen vom 18. bis 20. Januar wieder „Tasting – Nosing – Smoking“. Fast 25 Aussteller präsentierten an diesem Wochenende alles, was der Whiskyliebhaber begehrt.

Bereits in der S-Bahn von Leipzig in Richtung Grimma konnte ich die ersten Besucher der Messe an ihren Fachsimpeleien erkennen. Entspannt ging es von Grimma aus noch 10 Minuten mit dem Bus nach Trebsen. Auch der Busfahrer wusste schon bescheid und begrüßte mich mit einem „Na, wohl ooch zum Whisky nach Trebsen?“. So langsam machte sich Vorfreude breit in mir. Von der Haltestelle am Markt sind es dann nur 2 Minuten zum Schloss, das die Whisky-Messe beherbergt. Gut gelaunt wurde ich am Einlass begrüßt und startete nach einer kleinen Stärkung im Innenhof des Schlosses meinen Messetag. Mein Weg führte mich zuerst einmal zum Stand vom Leipziger Whisky Kontor. Mike hatte wieder jede Menge Abfüllungen von The Cooper’s Choice dabei. Außerdem konnte man bei ihm auch den ein oder anderen Whisky vom Scotch Single Malt Circle ins Glas bekommen. Das passte ganz gut, da Maggie Miller selbst auch vor Ort war. Ich habe die Messe mit dem Glengoyne SSMC Dream Cask begonnen. Ein schöner Einstieg mit einem zwar jungen, aber trotzdem reifen Sherry Cask Whisky. Es dauert keine 10 Minuten und man fühlt sich in diesen alten Gemäuern sofort wohl. Überall gibt es kleine Ecken zum und Sitzmöglichkeiten, die Stände der Aussteller integrieren sich in die jeweiligen Räume als würden sie immer dort stehen. Vom Leipziger Whisky Kontor ging es gleich weiter an den Stand von Petra Milde, die Campari Deutschland vertrat. IMG_20190119_151359.jpgFür mich ging es mit einem Red Spot Single Pot Still Whiskey weiter. Die Iren kamen bei mir bisher immer zu kurz und über diese Neuauflage hatte ich bereits gelesen, daher fiel die Wahl nicht schwer. Der Red Spot ist mit 15 Jahren ein älterer Vertreter irischer Whiskeys  und das hat man im Glas auch gespürt. Eine schöne volle Nase mit allerlei Frucht offenbarte sich da. Gleichzeitig versteckte der Ire auch nicht, dass er 15 Jahre im Eichenfass lag, denn auch das Holz war deutlich spürbar. Auch auf der Zunge machte der Red Spot eine gute Figur. Während ich mein Glas durch das Schloss trug und dem Red Spot die Zeit gab, die er verdient hatte, traf ich einige bekannte Gesichter, wie die Mitglieder unseres Leipziger Whisky Stammtisches. Mit dem Stand von Jens Fahr und seiner No. 2 – Die Altstadt Kneipe hatten wir quasi ein Base Camp auf der Messe. Irgendwie zog es uns immer wieder an diesen Stand. Jens bringt immer tolle Einzelfassabfüllungen von C&S Dram, Wilson&Morgan und auch Anam na h-Alba mit. Dazu gesellen sich außerdem Schätze aus den 70ern, 80ern und 90ern, die einen in Geschmackswelten mitnehmen, die man heute nur noch selten findet. Wie bereits im letzten Jahr, verschlug es mich auch in diesem Jahr an den Stand von Anam na h-Alba. Tom und Chris hatten auch wieder einiges im Gepäck. Ins Glas kam für mich ein 15-jähriger Tomfarclas aus 2003 gereift im exSherry Fass. IMG_20190119_162247.jpgAuch ein mysteriöser Irischer Single Malt Whiskey konnte unter die Lupe genommen werden. Glückwunsch an diejenigen, die sich demnächst eine Flasche davon sichern können! Im Festsaal im Obergeschoss traf man unter anderem den Whiskykanzler Werner Hertwig mit seiner beeindruckenden Auswahl an Laphroaig Whisky’s an. Die Bilder von David Christopher Schlierenkämper von Whisky & Art schmückten den Festsaal und David Christopher selbst stand mit den Kollegen von Alba Collection am Stand. Wieder im Erdgeschoss des Schlosses angekommen, ging es an den Stand von Tom von Whisky in Wiesbaden. Tom ist Deutschlandimporteur für Murray McDavid und hatte dementsprechend eine Menge Abfüllungen dabei. Aber nicht nur Murray McDavid konnte man bei Tom verkosten, auch gefühlt jede andere Brennerei Schottlands war an seinem Stand vertreten – was für eine Auswahl! Hervorheben möchte ich an dieser Stelle auch den Stand von The Stillman’s DE. Dort konnte ich einen Ledaig aus dem Bourbon Hogshead verkosten. Die 11 Jahre alte Abfüllung trägt den Namen Mai-Lin und gehört zur Hauseigenen Whisky-Selektion von The Stillman’s DE. Ein kräftiger, stark rauchiger Malt, der mit der Zeit immer mehr helle Frucht preis gibt. Genau das mag ich an Ledaig. Mein Highlight des Tages war ein eher zufällig ausgewählter Ben Nevis aus dem Sherry Fass am Stand von  Jens Fahr. Der 16-Jährige aus der C&S Dram Collection hatte es mir wirklich angetan. Ein wenig dreckig war er, ja, auch muffig, aber auch komplex und voller dunkler Frucht mit einem Kick Zitrus. Ben Nevis wird immer mehr zu einem meiner Favoriten. Gegen Ende des Messetages saßen wir noch gemütlich bei einem Dram zusammen bis das Schloss seine Pforten schloss.

IMG_20180121_170507_edtIch kann nur für mich sprechen, aber ich bin froh, in der Näher dieser Messe oder dieses Treffens zu wohnen. Natürlich hat man hier nicht die ganz großen Namen der Industrie mit den neusten Special Committee Club Releases. Aber dafür hat man tolle kleinere Austeller, die eine große unabhängige Auswahl bereitstellen und so Schätze mit nach Trebsen bringen, die sonst nur schwer auffindbar sind. Für die Aussteller untereinander schien die Messe auch eher einem großen Familientreffen gleichzukommen.  Zu keiner Zeit gab es Gedränge oder längere Wartezeiten an den Ständen. Trotzdem waren die Räume des Schlosses den ganzen Tag über sehr gut besucht. Ich würde gern Kritik anbringen, leider fällt mir an dieser Stelle wirklich nichts ein, was ich bemängeln könnte. Na gut, eine Kleinigkeit, die man vielleicht in den folgenden Jahren anbieten könnte: ein Shuttle Service nach Leipzig, da die Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel ab 18 Uhr wegfällt. Aber das wäre wirklich die Kirsche auf der Sahnetorte.

Ich freue mich schon jetzt auf das nächste Jahr, wenn es vom 17. bis zum 19.01.2020 wieder heißt „Tasting – Nosing – Smoking“.

Sláinte

Mr Barleycorn

2 Kommentare zu „V. Whisky-Messe auf Schloss Trebsen

  1. Sehr schön geschrieben und kann die genannten Eindrücke nur bestätigen. Zwei Tage vor Ort und man hat immer wieder etwas tolles für den Gaumen gefunden.

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