Oban 14 Jahre

Liebe Leser,

ich wünsche Euch allen ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2019. Auch in diesem Jahr werde ich wöchentlich einen Whisky für euch verkosten und meine Gedanken und Eindrücke hier niederschreiben. Seit November 2018 bin ich auch mit einem monatlichen Podcast aktiv. Ich würde mich daher auch sehr freuen, wenn ihr dort auch einmal reinhört. Das gute Stück heißt Dram Good und ist auf den gängigen Plattformen wie Spotify oder iTunes zu finden.

Für mein erstes Review im neuen Jahr habe ich heute seit längerem mal wieder einen Standardmalt im Glas – den Oban 14 Jahre.

Oban ist eine der ältesten Brennereien in Schottland und liegt im gleichnamigen Hafenort an der Westküste des Landes. Der Name Oban ist gälisch und bedeutet kleine Bucht. Gegründet wurde die Brennerei im Jahr 1793 von den Brüdern John und Hugh Stevenson als Oban Brewery gegründet. Damals wurde dort das „Cowbell Ale“ hergestellt. Über die Zeit war die Destillerie in Besitz diverser Eigentümer. Darunter Peter Cumstie, James Walker Higgins, die  the Oban & Aultmore-Glenlivet Co., Buchanan Dewar und nicht zuletzt in Besitz der DCL (heute Diageo). Die Brennerei ist ein beliebtes Ausflugsziel bei Schottlandtouristen und besitzt ein ausgezeichnetes Besucherzentrum. Die Oban Distillery ist eine der wenigen Schottischen Brennereien, die sich mitten in einer Stadt befinden. Der Platz ist daher begrenzt und die Brennanlagen können so nur schwer bis nicht erweitert werden. Derzeit befinden sich vier Washbacks und ein Paar Brennblasen in den Gebäuden der Brennerei. Erwähnenswert ist außerdem, dass die Oban Distillery keine Kondensatoren sondern noch immer Worm Tubs verwendet. Der Ausstoß der Oban Distillery beträgt bis zu 870.000 Liter reinen Alkohol pro Jahr. Im Vergleich zu anderen Brennereien ist das geradezu niedlich.

IMG_20190102_193945.jpgDie Standardabfüllung ist der Oban 14 Jahre. Dieser ist Teil der Classic Malts Collection. Neben dem 14-Jährigen Standard ist auch eine ebenfalls 14-jährige Distillers Edition mit Finish im Fino Sherry Fass erhältlich. Seit 2015 gibt es auch einen NAS Whisky in der Range – den Oban Little Bay. Für den amerikanischen Markt wurde außerdem ein 18-Jähriger Oban abgefüllt. Bei uns ist dieser jedoch nicht erhältlich. Der 14-Jährige der Brennerei kam mit 43% Vol. in die Flasche und wurde sowohl kühlgefiltert als auch gefärbt. Zur Fasszusammensetzung ist bekannt, dass sowohl exSherry als auch exBourbon Fässer verwendet wurden. Mal sehen, wie er sich im Glas macht.

Nase: Helle getrocknete Früchte wie Aprikosen, dazu ein Hauch Zitrus und helle Trauben. Beim zweiten riechen wirkt der malt würzig und reif. Da kommen Aromen von Honig, Holz, heißem Karamell und minimaler Rauch durch. Alles zusammen wird durch eine angenehme Frische begleitet. Der Malt wirkt auf mich in der Nase sehr rund und gesetzt. Der Alkohol ist fast nicht wahrnehmbar. Ich hätte nur vom Riechen auf einen 18+ Malt getippt. Gefällt mir richtig gut!

Geschmack: Eher dünn. Honig, Holz, leichte Frucht, Zitronenschale, etwas Pfeffer und ein Hauch Rauch. Insgesamt eher trocken.

Abgang: Kurz bis mittellang mit Grapefruitschale, Eichenwürze, weiterhin Honig und Pfeffer.

Fazit: Nachdem mich die Nase richtig überzeugt hat, war dann genau das Gegenteil auf der Zunge und im Abgang der Fall. Solch einen Unterschied zwischen Nase und Zunge habe ich glaube ich noch nie gehabt. Während die Nase einen reifen,  recht voluminösen und fruchtigen Malt verspricht, sind die Aromen auf der Zunge eher zurückhaltend und wenig komplex. Der Abgang knüpft daran an und fällt eher kurz aus. Mit rund 40€ bekommt man hier trotzdem einen passablen Malt, der vor allem in der Nase überzeugen kann. Ich mag den zurückhaltenden Rauch sehr und kann den Oban 14 daher vor allem für Genießer empfehlen, die sich langsam an rauchige Malts herantasten wollen.

Sláinte

Mr Barleycorn

Ein Kommentar zu „Oban 14 Jahre

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