Loch Lomond 17 Organic

Vor Loch Lomond wurde ich bisher immer gewarnt. Vor einiger Zeit habe ich von verschiedenen Seiten jedoch die Empfehlung bekommen, den 17-jährigen Organic mal zu probieren, da dieser ziemlich gut sein soll. Daraufhin habe ich mir mal eine Flasche bestellt und geteilt.

Loch Lomond ist eine Brennerei in den westlichen Highlands gelegen am Südufer des gleichnamigen Sees. Gegründet wurde Loch Lomond im Jahr 1965 und ist damit recht jung. Loch Lomond nimmt in der Brennereilandschaft Schottlands eine Sonderrolle ein. Neben traditionellen Pot Stills wird in der Brennerei nämlich auch mit Lomond Stills und  einer Coffey Still gebrannt. Lomond Stills sind quasi genau zwischen Pot und Coffey Stills angesiedelt. Die untere hälfte der Lomond Stills sieht ähnelt einer Pot Still. Der obere Teil besteht aus einer Kolonne, wie sie bei Coffey Stills eingesetzt wird. Wir haben hier in einer Brennerei also drei verschiedene Arten von Stills. Dementsprechend werden auch drei verscheidene Stile Whisky Produziert: Loch Lomond, Inchmurrin und Inchmoan. Für den Loch Lomond, den ich heute im Glas habe, werden die Pot Stills sowie die Lomond Stills verwendet.

Der Loch Lomond 17 Organic wurde zu 100% aus biologisch angebauter Gerste hergestellt. Reifen durfte der Malt für 17 Jahre in first-fill exBourbon Fässern. Im Anschluss wurde er mit fassstarken 54,9% Vol. ohne Kühlfilterung und Färbung abgefüllt. Diese Daten allein lassen schon auf etwas tolles hoffen.

img_20181024_1213278712176834306676923.jpgNase: Deutlicher Alkohol in der ersten Nase. Dahinter intensive Süße und Vanille, mächtig viel Holz, etwas Anis, Schwarztee, Müsli und Zitrusnoten. Mit der Zeit schleicht sich allerdings eine schwer definierbare chemische Note ein. Am ehesten erinnert mich das an Lack oder Farbe. Es ist zumindest kein Klebstoff. Hat schön begonnen und wird mit der Zeit immer unangenehmer. Wasser hilft auch nicht.

Geschmack: Leicht ölig auf der Zunge mit Wasabi, Pfeffer, Honig und wieder diese chemische Note. Da sind ein paar helle Früchte, die sich durchbeißen wollen und wieder sehr viel Holz.

Abgang: Medium. Holz, Vanille und Wasabi.

Fazit: Die erste Nase war wirklich toll, ich musste direkt an einen Bourbon denken. Aber dann kam diese merkwürdige Farbnote dazu und wurde immer intensiver. Das gleiche Erlebnis hatte ich beim Longrow 14 Sherry Cask Matured mit dessen Schwefelnote. Hier kommt noch dazu, dass der Alkohol nicht wirklich gut eingebunden ist. Schade, der klang von den Rahmendaten richtig gut. Und auch preislich wäre der Loch Lomond 17 Organic ein Knaller mit gerade einmal 56€. Muss man mögen, dann könnte das vielleicht ein Geheimtip sein. Für mich ist er leider nix.

Slainte

Mr Barleycorn

Ein Kommentar zu „Loch Lomond 17 Organic

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