Bowmore French Oak Barrique 19 vs. 26

Als vor ein paar Wochen bekannt wurde, dass es einen Amazon-Exclusive Bowmore geben wird, waren die Reaktionen im Netz gespalten. Es gab entweder die, die völlig ausgeflippt sind vor Vorfreude oder die, die niemals einen Whisky bei Amazon kaufen würden. Naja und ein paar wenige wie mich, die genau in der Mitte stehen und sich erst einmal ein Sample besorgen. Da ich alter Fuchs aber auch noch ein Sample des French Oak Barrique aus der Vintner’s Trilogy daheim hatte, gibt es heute den Direktvergleich. Dieser Post wird heute etwas kürzer ausfallen und nur auf die beiden Abfüllungen und nicht auch auf die Brennerei beziehen. In kürze wird es dann noch einen Beitrag zu einem Klassiker von Bowmore geben, in dem dann auch die Brennerei vorgestellt wird.

Der Bowmore 19 French Oak Barrique erinnert mit seinem Äußeren an die zuletzt bei Bowmore erschienenen Vintner’s Trilogy. Alle drei Abfüllungen der Vintners Trilogy durften 13 Jahre in exBourbon Fässern reifen, bevor sie in verschiedene Weinfässer umgefüllt wurden und weiter reifen durften. Mit insgesamt 18 Jahren ist die in Manzanilla Casks gereifte Abfüllung die jüngste der Trilogie. Die älteste Abfüllung durfte nach den 13 Jahren in exBourbon Fässern noch weitere 14 Jahre in ehemaligen Portwein Fässern verweilen und kommt so auf stolze 27 Jahre Alter. Knapp darunter liegt der 26-Jährige mit 13 Extrajahren im French Oak Barrique. Der 19-Jährige aus dem großen Online-Versandhandel hingegen durfte die gesamte Zeit (!!!) in den Barriques lagern. img_20181115_2110082855525224064139523.jpg

Kommen wir zuerst zum 26-jährigen Bowmore aus der Vintner’s Trilogy. Der kam mit 48,7% Vol. in die Flasche, wurde nicht kühlgefiltert, aber höchstwahrscheinlich gefärbt. 

Nase: Voll, süß, mit vielen Kräutern, Honig und süßer Frucht. Da sind Marillen, rote Waldbeeren und gleichzeitig eine reife Mango. Dazu gesellt sich ein Stück Vollmilchschokolade und ein hauch Vanille. Zarter Torfrauch gibt dem Ganzen eine schöne weitere Dimension. Alles zusammen ergibt ein wundervolles Gesamtbild ab.

Geschmack: Weich, ölig und dann wie in der Nase mit Honig, Wiesenkräutern, einem spürbaren Holzeinfluss, weißem Pfeffer, Waldbeeren,  wieder Mango, Marillenmarmelade, Nadelwald, Vanille und wie einem Hauch von Rauch. 

Abgang: Lang und wärmend mit weißem Pfeffer, dunkler Frucht, Minze und Backkakao.

Kommen wir nun zum nächsten Kandidaten, dem Bowmore 19 French Oak Barrique. Genauer gesagt durfte der Malt in first-fill ex-Chateau Lagrange French Barriquefässern reifen. Die Alkoholstärke ist mit 48,9% Vol. fast identisch. Auch die anderen Rahmendaten stimmen überein. 

Nase: Fruchtig, frisch mit jeder Menge roter Beeren, Gewürze, Holz, Kräuter, Anis und natürlich Rauch. Der Alkohol ist nicht ganz so gut eingebunden, wie beim 26-Jährigen. Ich finde das aber irgendwie ganz angenehm so. Mit der Zeit kommen Kaffee und Minze hinzu. Schöne Nase!

Geschmack: Nicht so süß und voll, wie das alte Eisen. Dafür schön fruchtig und recht herb mit einer ordentlichen Ladung Holz. Da sind typische Rotweinnoten, natürlich Rauch, sowie rote Gummitiere und Kakao. 

Abgang: Medium bis lang, wärmend, Wein, Bitterschokolade, Minze, Eiche und wieder die Kräuter.

Fazit: Wow. Beide sind definitiv tolle Malts, zumindest, wenn man Weinfassreifungen mag, was ich durchaus tue. Es verwundert mich nicht, dass der 26-Jährige insgesamt gesetzter, konzentrierter und voller wirkt. Ganz im Gegenteil, ich wäre verwundert gewesen, wenn dies nicht so gewesen wäre. Die typischen Weinnoten sind bei der älteren Abfüllung nicht ganz so dominant. Beim 19-Jährigen hingegen kommen diese Weinnoten deutlich zu Tage. Er wirkt etwas unausgeglichener als der 7 Jahre ältere. Das mag zum Teil an der zeitweisen Reifung in exBourbon Fässern liegen, die dem 19-Jährigen fehlt. Andererseits finde ich die Vollreifung im Weinfass sehr gelungen, da der Malt noch Ecken und Kanten hat, die der 26-Jährige zum Teil schon nicht mehr zeigt. Preislich sind beide Malts sportlich unterwegs. Für den 19er legt man bei Amazon 125 Taler auf den Tisch. Die 7 zusätzlichen Jahre im Barrique kosten dann für den 26-Jährigen ganze 380 – 400€, was für mich zumindest nicht mehr im Rahmen des Möglichen liegt. Daher würde ich wahrscheinlich eher auf den 19-Jährigen zurückgreifen. 

Sláinte

Mr Barleycorn

Ein Kommentar zu „Bowmore French Oak Barrique 19 vs. 26

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