Glen Garioch 15 Sherry Cask Matured

Wenn es draußen kälter wird, werden die Malts langsam wieder süßer und sherrylastiger. Heute kommt daher ein ordentlicher Sherryknaller ins Glas, von dem ich schon viel Gutes gehört habe. Leider konnte ich mich bisher nicht selbst davon überzeugen. Jetzt habe ich mir mal eine Flasche bei unseren Nachbarn in Holland geordert und bin wirklich gespannt, ob der Glen Garioch 15 Sherry Cask Matured hält, was er verspricht.

Gegründet wurde die Brennerei Glen Garioch (gesprochen etwa Glen Gierie) in den im Jahr 1797 von John Manson. Aber schon einige Jahre zuvor konnte man in und um Aberdeen Whisky der Brennerei aus den östlichen Highlands kaufen. Auch bei Glen Garioch ist nichts so beständig wie die Veränderung. Und so wurde die Brennerei zwischen ihrer Gründung 1797 und heute mehrfach verkauft (1827, 1837, 1908, 1970), eingemottet (1995), wiedereröffnet (1997) oder vergrößert (1978). Eine Zeit lang war Glen Garioch Hauptbestandteil der VAT69 Blends. Interessant istzu dem, dass der Whisky von Glen Garioch bis 1995 leicht rauchig war (etwa 8-10 ppm). Die aktuelle Range bei Glen Garioch besteht aus der Founders Reserve und einem 12-Jährigen, der in exBourbon und exSherry Fässern reifen durfte. Dazu gesellen sich diverse Vintages und Limited Releases. Die Malts sind durchweg nicht Kühlgefiltert, haben aber teilweise etwas Farbe abbekommen.

Ich habe mir heute den 15-Jährigen aus dem Oloroso Sherry Cask eingeschenkt. Es handelt sich hierbei wohlgemerkt um eine Vollreifung und nicht um ein Finish. Starke 53,7% Vol. kamen hier in die wunderschöne Flasche, wie schon gesagt, bedarf es bei diesem Alkoholgehalt keiner Kühlfilterung, aber anscheinend etwas Zuckercouleur.

DSC05251Nase: Wow! Richtig tolle Oloroso-Nase. Sehr intensiv mit allerlei dunklen Früchten, allen voran getrocknete Pflaumen. Dazu jedoch gleichzeitig auch Mirabellen und Orangen. Der recht kräftige Alkohol bringt eine angenehme Frische und die Assoziation mit Minze ins Glas. Außerdem finde ich Marzipan, Nussbutter, Rohrzucker, Malz und eine leichte Kräuternote. Nach einer weile entdecke ich auch den Schwefel, von dem ich zuvor gehört hatte. Passt aber wunderbar ins Gesamtbild!

Geschmack: Auf der Zunge gibt sich der Glen Garioch extrem ölig und versteckt seine 53,7% nicht. Anfänglich recht süß und schön voll, kommen dann wieder zum Teil getrocknete Früchte durch. Die Nase wird hier sehr gut repräsentiert. Wieder sind es Pflaumen, nun auch Rosinen, Orangen und reife Mirabellen, an die ich denke. Außerdem sind da dunkle Schokolade, etwas Eiche, und auch die leichten Kräuternoten kommen durch. Hätte ich blind vielleicht sogar etwas älter als 15 Jahre geschätzt, aufgrund der Mirabellen, die ich irgendwie immer bei älteren Sherry-Reifungen habe.

Abgang: Mittellang bis lang mit Sherry, Orangenabrieb und Honig und dezenter Bitterkeit.

Fazit: Uhh. Der ist gefährlich süffig trotz seiner 53,7% Vol.. Dieser Glen Garioch gefällt mir richtig gut. In diesem Malt versammelt sich alles, was ich von einem dunklen exSherry gereiften Whisky erwarte. Die dunklen Fruchtnoten wirken zu keiner Zeit alt oder muffig, sondern werden von einer angenehmen Frische getragen. Der leichte Schwefel wäre mir sicher kaum aufgefallen, hätte mich nicht ein Freund vorher darauf hingewiesen, also habe ich extra hingerochen. Und ja, da ist etwas Schwefel in der Nase, aber der passt hier einfach super mit rein. Sehr lecker! Schade, dass die Abfüllung vom Markt genommen wird, der macht nämlich echt Spaß!

Sláinte

Mr Barleycorn

 

 

Ein Kommentar zu „Glen Garioch 15 Sherry Cask Matured

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