Glengoyne 21

In den südlichen Highlands wurde 1933 am Fuße des Dumgoyne die Burnfood of Dumgoyne Distillery offiziell gegründet. Gründer war George Connell, der an der Stelle der alten Burnfood Farm schon seit 1920 schwarz brannte und sich nun entschied, eine Brennlizenz zu erwerben. 1876 wurde die Brennerei an Gavin und Alexander Lang (Lang Brothers Ltd.) verkauft und in Glen Guin umbenannt. 1907 wurde der Name der Destillerie durch den Distillery Manager William McGeachie erneut geändert. Ab jetzt war die Brennerei als Glengoye Distillery bekannt. 1965 übernahm Robertson & Baxter Ltd., eine Tochtergesellschaft der Edrington Group, Lang Brothers Ltd.. Im Zuge dessen wurde die Brennerei runderneuert und die Brennkapazität durch den Einsatz einer dritten Brennblase erhöht. Nach fast 40 Jahren unter dem dach der Edrington Group, wurde Glengoyne im Jahr 2003 von Ian MacLeod Distillers Ltd. gekauft. Seit dem Umbau zwischen 1965 und 1966 beträgt der Ausstoß bei Glengoyne rund 1 Million Liter reinen Alkohol pro Jahr bei einer möglichen Kapazität von 1,2 Millionen Litern. Bekannt ist Glengoyne für seine in exSherry Fässern gereiften Whiskys. Früher war die Nutzung von alten Sherry Fässern ein guter Weg, um Geld zu sparen. Heute sind sie es, die am kostspieligsten sind. Trotzdem kommen sie weiterhin zum Einsatz, um die typischen Sherry-Aromen später auch im Whisky wiederzufinden. Selbstverständlich kommen neben den ehemaligen Sherry Fässern auch exBourbon Barrels zum Einsatz.

DSC02915_cut.jpgDie Range von Glengoyne erstreckt sich von einem in Fassstärke abgefüllten NAS Whisky über diverse Abfüllungen mit Altersangabe zwischen 10 und 30 Jahren. Zudem stehen für den Travel Retail weitere Abfüllungen meist ohne Altersangabe zur Verfügung. Der 21-Jährige der Brennerei steht heute vor mir. Er durfte ausschließlich in exSherry Fässern reifen, der Großteil sogar in first-fill Fässern aus europäischer Eiche. Abgefüllt wurde der Malt mit 43% Vol., was auch eine Kühlfilterung schließen lässt. Die Abfüllung wurde nicht nachträglich gefärbt.

Nase: Eine wunderbare Süße umschmeichelt die Nase von Beginn an. Honig, Himbeeren, Gebäck, Lebkuchengewürze oder sogar Schokolebkuchen. Dazu etwas Vanille und schöne Eichenholznoten. Außerdem erkenne ich eine leichte fruchtige Säure, Aprikosen und Rohrzucker. Insgesamt sehr rund und voll bereits in der Nase. Ich könnte Stundenlang nur an dem Malt riechen. Mit der Zeit erkenne dann auch Leder und einen Hauch frisch gemahlenen Kaffees.

Geschmack: Das Erste an das ich denken muss ist ein in Butter gebratener Pfirsich. Auf der Zunge ist der Glengoyne voll und süß und gleichzeitig würzig-herb. Wieder zeigt sich etwas Waldhonig und dazu passende Waldbeeren. Es dauert etwas, aber nach kurzer Zeit nimmt der Malt trotz seiner „nur“ 43% Vol. etwas an Fahrt auf und hinterlässt ein sanftes Prickeln auf der Zunge. Nun kommen wieder weihnachtliche Gewürze durch, dazu Kaffee und weiße Schokolade.

Abgang: Mittellang und süß mit Honig, Rohrzucker, Gebäck, Backkakao und etwas Orangenabrieb. Zum Ende hin trockener werdend. Beim zweiten Verkosten hatte ich das Gefühl von zartem rauch im Abgang.

Fazit: Eigentlich ist es gerade viel zu warm für diesen Malt. Mit seinen Weihnachtlichen Aromen passt er vielmehr in die kalte Jahreszeit. Seine schweren Sherrytöne und intensive Süße stehen einer angenehmen Fruchtigkeit gegenüber. Wer auf tiefe, sherrygereifte Malts steht, ist hier an der richtigen Adresse. Ich habe meinen Weihnachtsmalt für dieses Jahr auf jeden Fall schon jetzt gefunden.

Sláinte

Mr Barleycorn

Ein Kommentar zu „Glengoyne 21

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