Ardbeg Peat&Love-Bustour in Leipzig (Tasting)

An einem Sonnigen Mittwoch im Mai machte sich der Ardbeg Peat&Love-Bus – ein alter Robur aus DDR-Zeiten – auf den Weg von Berlin nach München. Wenn man die A9 runter düst, kommt man natürlich zwangsläufig auch an Leipzig vorbei. Und warum vorbei fahren, wenn man auch einen kurzen Abstecher zum Team der Gourmétage Leipzig machen kann. Mich hat das natürlich gefreut und ich habe mich „geopfert“, am Tasting im alten Peat&Love-Robur teilzunehmen.

Warum fahren die lieben Leute von Ardbeg aber mit einem ollen DDR-Bus quer durch die Republik? Einmal im Jahr feiern Ardbeg-Liebhaber auf der ganzen Welt den Ardbeg Day. Traditionell ist das der letze Tag des Feis Isle, dem Islay Festival of Music and Malt. In diesem Jahr fällt dieser Tag auf den 02. Juni. Da die Insel Islay nunmal begrenzte Kapazitäten hat, wird der Ardbeg Day auch außerhalb Islays gefeiert. Für Deutschland steigt die Fete in Offenbach am Main. Wie ein kleines Olympisches Feuer fährt nun der Peat&Love-Bus seit 04. Mai bis zum Ardbeg Day am 02. Juni durch Deutschland und macht an den deutschen Ardbeg Embassys und einigen weiteren Orten halt, „to spread the Peat&Love“. Natürlich hat der Bus auch immer die ein oder andere Flasche des neuen Ardbeg Grooves an Board, dem das Peat&Love Motto gewidmet ist.

Einige werden sich an dieser Stelle sicher wieder beschweren, dass das alles doch nur Marketingquatsch sei und absolut unnötig ist. Na klar ist es das, keine Frage. Aber wie ich bereits im Beitrag zum Highland Park 17 „The Dark“ geschrieben habe, transportiert jeder Whisky auch immer eine Erinnerung, eine Sehnsucht oder eben ein Lebensgefühl. Es ist doch super, wenn man Geschichten mit diesem Produkt erzählen kann. Und zum Schluss ist es ja jedem selbst überlassen, ob er sich darauf einlässt oder nicht.

img_20180509_1842176752911157954186537.jpgDoch genug der Abschweifungen und zurück zum Tasting. Verkostet wurden drei Standards der Brennerei (Ten, An Oa und Corryvreckan) und den krönenden Abschluss machte das Grooves Commitee Release. Vom 10er habe ich eigentlich immer eine Flasche im Haus – für schlechte Zeiten sozusagen. Dazu gesellt sich bei mir noch ein Flasche vom Uigeadail, der dieses Mal nicht verkostet wurde. An Oa und Corryvreckan durfte ich bereits das ein oder andere Mal verkosten und war zumindest beim Corryvreckan bisher eher skeptisch. Wenn man zuvor jedoch den klassischen 10er und den sehr schön ausbalancierten An Oa im Glas hatte, ist der Corryvreckan im Anschluss eine Wucht in jeglicher Hinsicht. Die 57,1% Vol. schieben mit voller Kraft den Torfrauch und die Honigsüße voran. Tolle Zitrusnoten, Meeresfrische, helle früchte, Karamell und am ende ordentlich (Ingwer-?)Schärfe. Ich weiß nicht, welches Batch das war, aber so gut wie am vergangenen Mittwoch hat er mir bisher noch nicht geschmeckt. Das hat mir einmal mehr gezeigt, wie wichtig das Setting für die Verkostung von Whisky ist. Den Corryvreckan habe ich bisher immer nur als letzten Malt in Tastings verkosten können und in diesen war er Teilweise der einzige peated Scotch. Im Flight, das nur aus Ardbeg Abfüllungen besteht, ist der Corryvreckan einfach großartig. Hätte ich vorher nicht erwartet.

img_20180509_184250373555386542305389.jpgDas Tasting wurde im übrigen von Stefan Korn, dem Filialleiter der Gourmétage in der Leipziger Mädlerpassage durchgeführt. Mit ihm hatten wir Teilnehmer des Tastings einen echten Ardbeggian an Board. Stefan sammelt und genießt selbst für sein Leben gern Whisky, allen voran Ardbeg. Zu jeder Abfüllung gab es eine Anekdote, die entweder er selbst erlebt hatte oder die direkt von der Isle of Islay stammte. Sogar die Funktionsweise des Corryvreckan-Strudels inklusive Fließgeschwindigkeiten des Wassers bei Ebbe und Flut hatte Stefan auf Lager, was absolut unterhaltsam war. Natürlich durfte die ein oder andere Fachsimpelei nicht fehlen – gehört ja auch irgendwie dazu.

Der Star des Abends war der neue Ardbeg Grooves, der erst vor einigen Woche für die Mitglieder des Ardbeg Committees für zwei Tage zum Verkauf stand. Die Nachfrage war so groß, dass die Server bei Ardbeg zusammengebrochen sind. Für 89€ stand die Flasche zum Verkauf. Heute zahlt man auf dem Sekundärmarkt mindestens das Doppelte. Irgendwie schade. Deswegen hab ich mich umso mehr gefreut, dass ich, obwohl ich am 14.03. leer ausging, doch noch die Chance hatte, den Grooves zu verkosten. Nur so viel vorweg, Grooves sind die Rillen auf zum Beispiel Schallplatten. Der Ardbeg Grooves durfte in ex-Rotweinfässern reifen, die extra stark ausgekohlt wurden. Dadurch entstanden tiefe Rillen an der Innenseite der Fässer, die an die Oberfläche einer Schallplatte erinnern. Somit wäre auch die Namensgebung der neusten Committee-Abfüllung geklärt. Die Notes zum Grooves gibt es in einem separaten Beitrag in den nächsten Tagen. Es sei nur so viel gesagt – mit Torfrauch und Rotwein passt der Grooves  theoretisch genau in mein Beuteschema.

Sláinte,

Mr Barleycorn

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