Springbank 12 Cask Strength Batch 15

In den letzten Wochen war es recht still hier auf mrbarleycorn.com. Das liegt gerade daran, dass ich als Referendar und Familienvater ordentlich ausgelastet bin. Der Blog muss da ab und an zurückstecken. Es kann also sein, dass die Beiträge in Zukunft ab und an etwas auf sich warten lassen. Heute habe ich endlich einmal wieder etwas Luft und kann mich entspannt dem Springbank 12 Cask Strength widmen.

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Springbank ist seit 1828 aktiv. Gegründet von der Familie Reid, kam die Brennerei nach einem finanziellen Engpass in den Besitz der Familie Mitchell, die mit den Reids verschwägert waren. Früher war die Destillerie eine von mehr als 30 in Campbeltown. Während der großen Depression in den 1920er Jahren musste Springbank zum ersten mal schließen, konnte nach sieben Jahren aber die Produktion wieder aufnehmen. 1979 schloss die Brennerei erneut ihre Pforten und produzierte erst ab 1987 wieder und das auch nur eingeschränkt. 1989 dann wurde die Produktion wieder voll hochgefahren. Nachdem die Brennereieigene Mälzerei 1960 geschlossen wurde, entschied man sich 1992, wieder selbst zu mälzen und zwar das gesamte benötigte Gerstenmalz. Dies stellt unter Schottlands Destillerien eine absolute Besonderheit dar, da die meisten ihr Malz aus den Großmälzereien beziehen. Eine weitere Besonderheit von Springbank ist, dass hier zweieinhalb mal Gebrannt wird. Das bedeutet, dass ein Teil (der Nachlauf) nach dem ersten Brennvorgang noch zwei weitere Brennvorgänge erfährt. Der Rest wird nur noch ein zweites mal gebrannt. Dadurch erhält man die 2,5-fache Destillation, wenn man am Ende alles wieder zusammenfügt. Was außerdem sehr sympathisch an Springbank ist, ist, dass die Familie Mitchell auch heute noch die Geschäfte der Brennerei leitet und nach altem Vorbild Whisky herstellt. Produziert werden insgesamt drei verschiedene Malts: Springbank (leicht getorft), Longrow (stark getorft) und Hazelburn (nicht getorft). Alle Abfüllungen der Brennei hier aufzuzählen wäre unheimlicher Quatsch, da die Leute bei Spingbank wirklich fleißig sind und eine ordentliche Range mit vielen Limited Editions auf den Markt bringen. Natürlich sind diese immer recht beliebt und demnach recht schnell vergriffen. Ich belasse es daher bei den drei verschiedenen Malts für den Anfang.

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Ich habe heute den 12-Jährigen Springbank in Fassstärke im Glas. Batch 15 wurde im Jahr 2017 mit 56,5% Vol. abgefüllt. Bei Springbank wird Dank der traditionellen Herstellungsweise auf Kühlfilterung und zusätzliche Farbe im Whisky verzichtet. Wir haben es außerdem mit 30% exBourbon Fässern und 70% exSherry Fässer zu tun. So, jetzt aber rein ins Glas damit:

Nase: Als erstes strömen helle Früchte in die Nase mit Aromen von Trauben, Aprikosen und Äpfeln. Gleichzeitig baut sich eine angenehme Süße auf, die von maritimen Noten unterstützt wird und so schön voll herüber kommt. Auch der Torfrauch ist deutlich zu vernehmen, aber er überlagert die anderen Aromen nicht. Mit der Zeit und etwas Sauerstoff ändert sich der erste recht fruchtige Eindruck deutlich zu erdigen Noten, Walnüssen und die Assoziation vom Geruch von Pappeln tut sich auf. Habe das noch nie bei einem Whisky gerochen.

Geschmack: Schön ölig auf der Zunge und kräftig im Antritt. Wieder ist der Springer zu Beginn recht fruchtig und entwickelt sich dann. Sehr interessant. Die Nase wird anfangs recht gut widergespiegelt und ich finde die Aprikosen und Äpfel wieder. Natürlich ist da auch der Rauch. Es kommen mit der Zeit Butterkekse, Ingwer und Pfeffer, eine schöne Malzigkeit und leicht bittere Walnussaromen zum Vorschein.

Abgang: Lang, wärmend, ölig, Karamell, Honigsüße, mit einem langen Prickeln und leichter Bitterkeit zum Ende hin.

Fazit: Ich vermute, ich muss die Großflasche auch bald aufreißen, da mir das Sample wirklich außerordentlich gut gefallen hat. Aber was soll man bei Springbank und der Herangehensweise der Brennerei auch anderes erwarten. Der 12-Jährige ist wunderbar intensiv und entwickelt sich im Glas, in der Nase und erst recht auf der Zunge immer weiter. Die Nase hat mich ewig festgehalten, da es immer wieder Neues zu entdecken gab. Ganz toll! Die einzelnen Batches sind immer recht schnell vergriffen, aber das 2018er Batch 16 ist aber noch gut zu bekommen. Leider steigen auch hier die Preise. Trotzdem eine absolute Kaufempfehlung.

Sláinte,

Mr Barleycorn

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