Benromach 15

Heute wird es mal wieder etwas subjektiv, aber das ist im Falle des Benromach 15 überhaupt nicht schlimm. Gerade erst wurde die Abfüllung bei den World Whisky Awards in der Kategorie „Speyside 13-20“ zum Gewinner gekürt. Unabhängig davon bin ich schon seit längerem Fanboy der Destillerie aus Forres.

Benromach produziert seit 1898 Whisky und wurde wie viele andere Brennereien auch mehrfach verkauft, geschlossen und wiedereröffnet. Schon zu beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Brennerei an Harvey McNair & Co verkauft. Nur 8 Jahre später erfolgten Verkauf Nummer Zwei und Drei an John Joseph Calder, der die Brennerei wiederum an die neu gegründete Benromach Distillery Ltd. verkaufte. Die erste Schließung der Brennerei ließ auch nicht lange auf sich warten und erfolgte von 1931 bis 1938. Nach weiteren Eigentümerwechseln, Umbauten und einer erneuten Schließung 1983, kaufte Gordon&MacPhail die Destillerie im Jahr 1993. Fünf Jahre später startet bei Benromach erneut die Produktion und 2004 erscheint mit dem Benromach Traditional die erste Abfüllung unter Gordon&MacPhail. Seit dem kann sich die Brennerei über stetig wachsenden Zuspruch freuen.

Zur Standardrange gehören der 10-Jährige, der Benromach 100 Proof und der 15-Jährige der Brennerei. Seit 2016 ist auch ein 35-jähriger Benromach sowie aktuell drei Vintage Abfüllungen aus dem Jahr 1974, 1975 und 1977 erhältlich. Mit der Contrasts Range zeigt Benromach außerdem, was verschiedene Weinfässer, getorftes Gerstenmalz, Biogerste oder eine dreifache Destillation für Auswirkungen auf den Malt haben. Meiner Meinung nach ein toller Ansatz, der die Vielfältigkeit dieser Spirituose einmal mehr verdeutlicht. Für die drei Standardabfüllungen wird leicht rauchiges Malz mit ca. 12 ppm. verwendet. Die Reifung findet dann sowohl in exBourbon- als auch exSherry Fässern statt. Damit will man bei Benromach heute einen Whisky herstellen, der denen aus den 50er & 60er Jahren ähnelt.

Heute hat es wie gesagt der 15-Jährige der Destillerie in mein Glas geschafft. 9 Jahre verbrachte der Malt in ex-Bourbon Fässern, bevor ihm weitere 6 Jahre in exSherry Fässern gegönnt wurden. Abgefüllt wurde der Benromach 15 mit 43% Vol. und wird daher höchstwahrscheinlich eine Kühlfilterung hinter sich haben. Extra Farbe hatte der Malt glücklicherweise nicht nötig.

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Nase: Sehr voll mit hellen und gleichzeitig dunklen Früchten. Beeren, Pfirsich, Kiwi und Orangen. Dazu tolle Gewürznoten in Kombination mit Vanille, zarter Rauch, ein paar Walnüsse, Kakao und kühlende Minze. Sehr reif und komplex in der Nase. Blind hätte ich den sicher einige Jahre älter geschätzt.

Geschmack: Ein tolles cremiges Mundgefühl. Gleichzeitig ist der Malt jedoch eher trocken, würzig und bringt eine schöne trockene Sherrynote mit. Die Bourbonfässer haben einige schöne Noten nach hellen Trockenfrüchten, Vanille und Karamell hinterlassen. Mit der Zeit erschließen sich mir Trockenpflaumen, Pfeffer, Honig und Eichennoten. Ganz toll! Bei 43% Vol. habe ich auf das Verdünnen mit Wasser verzichtet, obwohl er sicher mit ein – zwei Tropfen umgehen könnte.

Abgang: Mittellang bis lang. Cremig, süß mit Honig, etwas bitterer Schokolade, dezentem Rauch und schön nachklingenden Sherrynoten.

Fazit: Wie eingangs schon erwähnt, bin ich Fan der Brennerei und daher wird es nicht verwundern, dass der Benromach 15 wirklich gut gefällt. Für „nur“ 15 Jahre kommt der Malt sehr reif und komplex ins Glas, was mir sehr gefällt. Die beiden Fassarten haben wirklich gute Arbeit geleistet und der zarte Rauch gibt dem ganzen eine schöne weitere Dimension. Solltet ihr also die Chance haben, den Benromach 15 zu verkosten, freut euch auf einen tollen Malt und lasst euch diese Chance nicht entgehen.

Sláinte,

Mr Barleycorn

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