Bunnahabhain Eirigh na Greine

Ich hatte in den letzten Wochen leider etwas wenig Zeit, um den Blog aktiv zu füttern. Dafür freue ich mich umso mehr, dass ich heute mal wieder ein Paar Zeilen in die Tasten hauen kann. Auf die faule Haut gelegt habe ich mich in der letzten Zeit natürlich auch nicht. Seit Februar gibt es jetzt den Leipziger Stammtisch rund um das Thema Whisky, der sich ein Mal im Monat zusammenfindet. Eines der Mitglieder, Matthias, ist begeisterter Hobbyfotograf und Whiskyliebhaber zugleich. So kamen wir auf die Idee, dass er und ich doch einfach gemeinsame Sache machen könnten und er die Bilder für mrbarleycorn.com schießt. Gesagt, getan – hier ist das Ergebnis der ersten Session aus der vergangenen Woche. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit, tolle Bilder und natürlich gemeinsame Drams, die mit Sicherheit folgen werden.

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In der heutigen Verkostung ist nach dem Tobermory 10 ein weiteres Mitglied aus dem Hause Burn Steward beziehungsweise Distell an der Reihe. Der Bunnahabhain Eirigh na Greine ist ein Single Malt, der ursprünglich für den Travel Retail gedacht war, aber inzwischen in fast jedem gut sortierten Shop zu haben ist.

Die Brennerei mit dem Seemann im Logo befindet sich auf der Isle of Islay, die eigentlich für ihre torfig-rauchigen Whiskys bekannt ist. Auch Bunnahabhain war ursprünglich ein rauchiger Whisky. Seit den 1960er Jahren allerdings wird zum größten Teil sehr leicht rauchiger Whisky produziert. Die Brennerei wurde 1881 von William Robertson und den Brüdern William und James Greenlees gegründet (Islay Distillers). Die Produktion startete 1883 nachdem eigens für die Destillerie Straßen angelegt wurden und ein Pier gebaut wurde. 1887 kam es zum Zusammenschluss von Islay Distillers mit William Grant & Co und Highland Distillers als Vorläufer der heutigen Edrington Group wurde gegründet. Bunnahabhain produzierte ausschließlich für die Blendindustrie und der Whisky der Brennerei war einer der Hauptbestandteile von Famous Grouse, Cutty Sark und Black Bottle. Nach einer Hochphase in den 1960er Jahren musste Bunnahaibhain 1982 bis 1984 schließen. Auch in den Jahren danach wurde nicht die volle Kapazität der Brennerei ausgeschöpft. Ende der 80er wurde der Bunna‘ dann zum ersten mal regulär auch als Single Malt auf den Markt gebracht. 2003 wurde die Brennerei and Burn Steward verkauft. Seit 2013 befindet sich Burn Steward unter dem Dach der südafrikanischen Distell Gruppe. Auch heute produziert Bunnahabhain zum größten Teil noch für die Blend Industrie, besitzt zugleich aber auch ein breites Portfolio an Single Malts mit und ohne Altersangabe. Auch rauchige Whiskys werden in geringen Mengen produziert.

Vor mir steht heute der Eirigh na Greine – der Morgenhimmel. Ich bin gespannt, ob auch der Whisky himmlisch sein wird. Die Daten lesen sich schon ziemlich gut: 1000ml Flasche, 46,3% Vol., non-chillfiltered, keine Farbe und französische Rotweinfässer sind mit von der Partie. Der Eirigh na Greine wird in Batches abgefüllt. Mein Flasche stammt aus Batch 05. Eine Altersangabe? Pustekuchen, wie immer bei den Travel Retail Releases von Bunnahabhain. Aber der Tullibardine 228 mit Nachreifung in Rotweinfässern trug ja auch kein Alter und war ziemlich lecker. Also erstmal rein ins Glas.

Nase: In der Nase zeigt sich der Bunna‘ fruchtig-frisch mit roten Beeren, Seeluft, leichtem Rauch und alter Zitrone. Auch Vanille und den Einfluss des Rotweins kann ich deutlich ausmachen. Keine Komplexitätsbombe, aber auch nicht zu verachten.

Geschmack: Auf der Zunge fällt mir direkt die Süße auf, die die Nase nicht erahnen lässt. Der Rotweineinfluss ist auf der Zunge deutlicher zu spüren als in der Nase und funktioniert mit der süße sehr gut. Dazu gesellt sich wieder etwas Säure und eine leichte Würzigkeit. Sehr alt wird er nicht sein, denn dazu sind die Aromen zu frisch und nicht wirklich eingebunden.

Abgang: Der Abgang hat mich leider etwas enttäuscht. Mittellang mit etwas Honig, kaum Eiche und entfernt Kakao.

Fazit: Kein schlechter Whisky, aber für 50-70 Euro bekommt man definitiv bessere Abfüllungen. Der Tullibardine 228 für unter 30 Euro schneidet meiner Meinung nach sowohl geschmacklich als auch in PLV deutlich besser ab. Mir persönlich fehlt es etwas an Fülle und Komplexität. Ich hatte mich eigentlich auf den Bunnahabhain gefreut, da ich ihn Mal bei einem Tasting als Aperitif probieren konnte und damals positiv überrascht war. War wohl ein anderes Batch.

2 Kommentare zu „Bunnahabhain Eirigh na Greine

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