Tobermory 10

Es ist mal wieder Zeit für einen Standard und der Tobermory 10 ist einer, den man definitiv einmal probiert haben sollte.

Tobermory ist nicht nur der Name der Destillerie, sondern auch der des Ortes, in dem diese steht. 1798 von John Sinclair gegründet, musste die Brennerei 1837 nach nicht einmal vierzig Jahren Betrieb schließen. Das blieb auch so für weitere 39 Jahre, bevor die Destillerie 1878 wiedereröffnet wurde. Zwischen 1837 und 1975 schloss Tobermory insgesamt drei Mal (1837, 1930, 1975). In den Gebäuden der Brennerei wurde während der Schließphasen teilweise Käse gelagert oder sie wurden in Wohnungen umgebaut. Neben der Schließungen wechselten zwischendurch sowohl die Eigentümer der Brennerei als auch der Name von Tobermory zu Ledaig und wieder zurück. Nach einer weiteren Phase, in der von 1982 bis 1989 nicht produziert wurde, kaufte Burn Steward Distillers die Tobermory Distillery im Jahr 1993. Seit dem liefert Tobermory Malt Whisky für die beiden Blends Black Bottle und Scottish Leader. Auch als Single Malt ist der Brand von der Isle of Malt zu haben. Unter dem Namen Tobermory wird nicht getorfter Whisky produziert. Unter dem Namen Ledaig ist der stark getorfte Whisky der Brennerei bekannt. Lange Zeit als Billigwhisky verrufen, weisen die Malts heute eine hohe Qualität auf und werden in der Regel mit einem höheren Alkoholvolumen, ohne Farbstoff Zuckercouleur und nicht kühlgefiltert abgefüllt. Seit März 2017 ist die Destillerie einmal mehr geschlossen, um Erweiterungen der Produktionsanlagen und des Besucherzentrums vorzunehmen. Die Wiedereröffnung wird für 2019 erwartet.

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Doch nun zum 10-Jährigen Tobermory, der es heute in mein Glas geschafft hat. Der Klassiker der Brennerei wurde mit knackigen 46,3% Vol. abgefüllt und verzichtet sowohl auf Farbstoff als auch auf kühlfilterung. Die 10 Jahre durfte das Destillat in exBourbon Fässern verbringen, bevor es in die wunderschönen grünen Flaschen kam. Ich habe mir für die Verkostung allerdings nur die kleine 5cl Version besorgt.

Nase: Apfel, nasse Wiese, Strand, Vanille, frisch gemahlener Pfeffer, entfernt unreife Birne, etwas muffig, aber im positiven Sinne. Die 46,3% Vol. sind in der Nase nicht zu spüren.

Geschmack: Tolles Prickeln auf der Zunge, dann sofort Vanille und helle Früchte. Äpfel, Birnen und Limetten sind da. Außerdem etwas Karamell und kandierter Ingwer. Die einzelnen Komponenten funktionieren wirklich gut zusammen und werden durch die ölige Textur des Malts in Verbindung mit der perfekten Alkoholstärke toll ergänzt.

Finish: Mittellang bis lang, malzig, nussig und gegen Ende leicht bitter.

Fazit: Für unter 40 Euro bekommt man mit dem Tobermory 10 einen wirklich tollen Whisky. Ich, der Inselwhiskys mag, habe schnell Gefallen an ihm gefunden. Fruchtig frisch auf der einen Seite und kräftig-voll mit einer leicht muffigen Note auf der anderen Seite, ist der Malt durchaus komplex. Ein schöner Standard mal wieder. Als nächstes folgt dann sicher bald der Ledaig 10 als getorftes Gegenstück zum Tobermory 10 (die Flasche steht bereits im Regal).

Sláinte,

Mr Barleycorn

Ein Kommentar zu „Tobermory 10

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