Highland Park 17 „The Dark“

Letzte Woche erreichte mich ein Päckchen aus Schottland. Darin befand sich gut verpackt ein kleines Sample vom neuen Highland Park 17 „The Dark“. Ich habe schon in so manchem Forum bemerkt, dass diese Abfüllung einmal mehr sehr begehrt ist, was wohl nicht zuletzt auch an der extravaganten Präsentation der Flasche liegt. Wie ich schon im Beitrag über den Highland Park 18 berichtet habe, gibt es eine ganze Reihe unterschiedlicher Abfüllungen mit und ohne Altersangabe von der Brennerei auf den Orkneys. Besonders auffällig waren dabei die beiden Fire & Ice Limited Releases. Diese werden nun durch zwei neue gegensätzliche Abfüllungen ersetzt – The Dark & The Light. Dabei repräsentiert „The Dark“ die kalte und dunkle Jahreszeit auf den Orkneys. „The Light“ wurde für das späte Frühjahr 2018 angekündigt und steht dementsprechend für die helleren und wärmeren Tage des Frühlings und Sommers. Wie schon bei den beide Vorgängern, legt man bei Highland Park großen Wert, nicht nur auf die Qualität der Single Malts, sondern auch auf die Präsentation. Wie schon seit einiger Zeit, greift man bei Highland Park auch bei diesen Abfüllungen das Erbe der Wikinger auf. Puristen finden das sicher überflüssig und unnötig Preissteigernd. Ich würde allerdings argumentieren, dass Whisky immer auch ein Gefühl, vielleicht auch eine Sehnsucht nach einem Ort und eine Geschichte transportiert. Erst vor kurzem habe ich mit einem Bekannten darüber diskutiert, ob denn NAS Whiskys klar gehen oder nicht. Da hat er einen absolut triftigen Grund gegen NAS Whiskys gebracht: und zwar, dass er sich vorstellen will, wie der Whisky über die Jahre lagert, sich verändert und reift. Er will vergleichen, was eine bestimmte (bekannte) Zeit der Reifung mit dem Destillat macht. Und auch das ist Teil dieses Gesamtpakets Whisky. Im Fall des Highland Park 17 „The Dark“ kommen diese Punkte alle zusammen.

Der „The Dark“ durfte über 17 Jahre in Sherryfässern reifen, kommt mit kräftigen 52,9% Vol. daher, was auf eine Fassstärke schließen lässt und ist nicht gefärbt. Da bei einem Alkoholgehalt von 52.9% eigentlich keine Kühlfilterung nötig ist, gehe ich davon aus, dass der Malt auch sonst naturbelassen ist. Kommen wir zur Verkostung:

HP_17_The_Dark_700ml_Bottle_JPEGNase: Eleganter Rauch ist das Erste, das mir auffällt. Der hohe Alkoholgehalt ist fast nicht in der Nase zu spüren. Sofort ist auch eine süßliche Note von Marzipanschokolade präsent, die durch eine angenehme Frische ergänzt wird. Dahinter tun sich reife Früchte wie Kirschen und etwas Pfirsich auf. Mit ein Paar tropfen Wasser öffnet sich der Malt noch einmal und gibt nun eher Weihnachtliche Aromen frei. Da ist neben den Früchten, die immer noch präsent sind, nun auch Zimt und Vanille. Sehr passend zur Jahreszeit.

Geschmack: Erst ein leichtes Prickeln, dann ölig auf der Zunge. Angenehmer Torfrauch in Verbindung mit einer süßen Würze aus den Eichenfässern. Man merkt ihm das Alter durchaus an. Die Assoziation mit Marzipan habe ich nun nicht mehr, dafür aber mit gebrannten Mandeln und dunkler Schokolade. Wieder lassen sich die dunklen Früchte etwas Zeit. Die Kirschen kann man aber immer deutlicher wahrnehmen. Der Alkohol ist sehr schön eingebunden. Wasser bringt etwas Helligkeit ins Dunkle und entlockt dem Malt noch mehr Frucht, Zimt und Crème brûlée. Ganz schön viel zu entdecken.

Abgang: Lang und wärmend, etwas pfeffrig, Aprikosen und weiter sanfter Torfrauch. Fast keine Bitterkeit.

Fazit: Also mit der Vorgabe, die dunkle und kalte Jahreszeit zu repräsentieren, haben die Leute von den Orkneys hier auf jeden Fall ins Schwarze getroffen (das Motiv zieht sich offenbar durch). Man mag über den Preis und das Marketing der Brennerei sagen, was man will – doch dieser Malt ist wirklich gelungen. Im Vergleich zum 18-Jährigen ist beim Highland Park 17 „The Dark“ der Sherryeinfluss noch etwas deutlicher. Durch die vielen einzelnen Komponenten, macht das Teil echt spaß. Da ist Tiefgang genauso wie Frische, da ist Rauch, aber auch Frucht und Nuss. Und nicht zuletzt ist da gesetztes Alter und eine prickelnde Jugend zugleich. Wenn da nur nicht der Preis wäre…

Sláinte,

Mr Barleycorn

P.s.: Vielen Dank an Highland Park für die Zusendung des Samples und die Verwendung des Bildes.

3 Kommentare zu „Highland Park 17 „The Dark“

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