Ledaig 2005/2017 Hermitage Wood Finish

Schon als vor einigen Monaten bekannt wurde, dass die neuste Abfüllung der Gordon&MacPhail Private Collection ein Ledaig mit Finish in Hermitage Rotweinfässern sein wird, habe ich mir ein Sample besorgt. Warum? Weil ich sowohl Rotweinfinishes als auch rauchige Whiskys sehr mag. Jetzt mag so manchem auffallen, dass meine Bewertungen auf diesem Blog alle recht gut ausfallen. Das mag daran liegen, dass ich bisher meist Whiskys besprochen habe, die ich in meiner Hausbar habe oder die ich nach ihrem für mich passenden Geschmacksprofil ausgewählt habe. Dennoch bemühe ich mich natürlich um eine weitgehend objektive Wiedergabe meiner Eindrücke. Hinzu kommt, dass ich hier auf mrbarleycorn.com das festhalte, was ich mir an Hintergrundwissen über die einzelnen Destillerien und Abfüller angeeignet habe.

Der Ledaig 2005/2017 Hermitage Wood Finish ist also so eine Abfüllung, die ich mir aufgrund ihres Profils bestellt habe. Für die Private Collection werden bei Gordon&MacPhail außergewöhnliche Fässer oder Batches abgefüllt. Meist haben diese Abfüllungen ein Finish in ehemaligen Rotweinfässern erhalten. So auch diese des Ledaig aus dem Jahr 2005. Der Wein, der hier verwendet wurde, ist ein Hermitage, der aus der Syrah Traube gewonnen wird. Er ist einer der begehrtesten Weine Frankreichs und kann nach ausreichender Reifung ausgezeichnete Qualitäten hervorbringen. Das kleine Anbaugebiet befindet sich im Rhônetal in der Näher von Lyon. Die für diesen Ledaig verwendeten Fässer beinhalteten zuvor roten Guigal Hermitage. In Verbindung mit dem intensiven Torfrauch des Ledaig, der von der Tobermory Distillery gebrannt wird, entstehen so ganz eigene Aromen.

Der Single Malt wurde mit 45% Vol. abgefüllt, nicht kühlgefiltert und nicht gefärbt. Gordon&MacPhail legt wie immer Wert auf Transparenz und gibt an, dass das Finish 26 Monate betrug. Außerdem wird Auf der Flasche angegeben, dass der Ledaig am 07.09.2005 destilliert und im August 2017 abgefüllt wurde. IMG_20180129_213344

Nase: Zuerst intensiver, trockener und kalter Torfrauch. Ich muss meiner Nase wirklich Zeit geben, sich an den Rauch zu gewöhnen. Was dann zuerst durch kommt, sind Zitrusnoten. Nun kommen sie durch – dunkle Beeren, dunkle Schokolade und Kiwi. Außergewöhnlich, finde ich.

Geschmack: Zuerst ein angenehmes Prickeln auf der Zunge. Wieder liegt der Torfrauch über allem. Lagerfeuer, Kamin und  Asche. Es bedarf schon einiger Zeit, bis die anderen Aromen wahrnehmbar sind. Wieder sind es die Zitrusnoten, die einen Vorstoß wagen. Und dann kommt langsam rote Grütze dazu. Außerdem finde ein paar maritime Noten mit Salz und einer leichten Süße. Nach weiteren Minuten und einem zweiten Schluck wird die Assoziation mit roter Grütze (ohne Vanille Soße) immer deutlicher.

Abgang: Mittellang. Weiterhin rauchig, etwas bitter mit würzige Eichennoten, angebranntem Karamell und Rotwein.

Fazit: Ich war sehr gespannt, diesen Ledaig Hermitage Wood zu verkosten. Ich brauchte allerdings mehrere Anläufe, um mit ihm warm zu werden. Der Torfrauch ist für meinen Geschmack etwas zu dominant. Trotzdem konnte ich ihm etwas abgewinnen. Die beerigen Noten kommen mit der Zeit immer mehr durch, man muss sich nur gedulden. Außerdem würde ich diesen Malt als knackig oder crisp beschreiben. Was ich damit meine, ist, dass er eben nicht so Voluminös wie andere rauchige Malts mit Finish ist. Außergewöhnlich ist er definitiv, aber genauso ist er nichts für unerfahrene Genießer.

Sláinte,

Mr Barleycorn

P.s.: Ein Beitrag mit ausführlichen Informationen zur Tobermory Distillery folgt demnächst. Deswegen habe ich mich heute auf den Abfüller und das Finish konzentriert.

 

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