IV. Whisky-Messe auf Schloss Trebsen

Vom 19. bis 21. Januar fand auf Schloss Trebsen nur 30 Minuten von Leipzig entfernt, die vierte Whisky-Messe statt. Mehr als 20 Aussteller präsentierten nicht nur Whisky in der historischen Schlossanlage. Die Whisky-Messe auf Schloss Trebsen kann inzwischen als Startschuss der neuen „Messesaison“ gesehen werden. Mit Bus und Bahn ging es in nicht mal einer Stunde vom Leipziger Hauptbahnhof nach Trebsen. Begleitet wurde ich durch meinen Freund Max, der sich auch für Whisky, vor allem aber auch für Pfeifen und Tabake interessiert. Wir haben uns bewusst den Sonntag für unseren Besuch der Messe herausgesucht, da erfahrungsgemäß die Samstage immer recht gut Besucht sind und wir weniger Lust auf großes Gedränge hatten. Die Messe nimmt vom Kellergewölbe bis ins erste Obergeschoss drei Etagen des Schlosses ein, ist aber trotzdem nicht so riesig, dass man sich verlieren würde. Das Schloss mit seinem historischen Gemäuer bietet einen unvergleichlichen Charme. Man fühlt sich direkt wohl und konnte das sowohl den Ausstellern als auch den Besuchern ansehen. Damit auch Ihr ein Paar Eindrücke bekommt, habe ich meine Highlights aufgeschrieben und einige Bilder geschossen. Ich habe außerdem Links zu den entsprechenden Seiten eingefügt, damit Ihr bei Bedarf noch weiter lesen könnt. Jetzt aber zurück zum Thema: Unser erster Anlaufpunkt war der Stand von Anam na h-Alba.

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Premiere der Strathearn Single Cask Abfüllung am Stand von Anam na h-Alba

Seit 2015 ist Anam na h-Alba exklusiver Importeur der Strathearn Distillery, die als eine der kleinsten Destillerien Schottlands gilt. Wir hatten das Glück, dass in Trebsen eine der ersten Einzelfassabfüllungen der Destillerie vorgestellt wurde: Ein drei Jahre alter, in Sherry Octaves gereifter Malt mit 56,3% Alkohol. Die kleinen Octave-Fässer haben zeigen bei diesem Malt einmal mehr, wie wichtig ein gutes Fassmanagement ist. Der Strathearn Single Malt hat tolle, intensive Sherrynoten und bringt durch seine Jugend eine angenehme Frische mit. Natürlich merkt man den hohen Alkoholgehalt, allerdings schwächer als man bei 56,3% erwarten könnte. Auch die ersten würzigen Aromen kommen bereits nach dieser kurzen Lagerzeit durch.

Direkt nebenan hatte Heinfried Tacke, Chefredakteur des Whisky Botschafters und Autor des Whisky Guide Deutschland, seinen Stand aufgebaut. Mitgebracht hatte er die Aktuelle und Ausgaben der letzten zwei Jahre des Whisky Botschafters, den Whisky Guide Deutschland und die neuste Abfüllung für den Whisky Botschafter: ein 20 Jahre alter Glengoyne.

Uns zog es weiter in die Smokers Lounge, wo zwar geraucht wurde, aber das Angebot an Tabakwaren und Zubehör eher überschaubar war. Allerdings entdeckte ich dort den Stand der Osterland Whisky Collection. Was mir zuerst auffiel, waren die Schraubverschlüsse der Flaschen. Für Whisky außerhalb Japans sind Schraubverschlüsse im gehobenen Segment ja immernoch recht selten. Schnell kam ich ins Gespräch mit Benedict und Stefan. Erst 2016 wurde Osterland Whisky unter dem Dach der Altenburger Destillerie und Liqueurfabrik  gegründet. Im Moment werden Schottische Whiskys in Altenburg nachgereift und unter eigenem Label vertrieben. Wo genau der Whisky gebrannt wurde, ist natürlich nicht bekannt. Auf den Labels wird allerdings bekannt gegeben, dass er in Inverness-Shire gebrannt und gelagert wurde, was die möglichen Brennereien ja schon einschränkt. Die Nachreifung und Abfüllung erfolgt dann in Altenburg.

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Am Stand von Osterland Whisky

In Anlehnung an die Roten Spitzen, dem Wahrzeichen der Stadt Altenburg, heißt der Whisky „Red Peaks„. Ich habe den Red Peaks Batch II mit Finish in frisch ausgebrannten französischen Rotweinfässern probiert. Und was soll ich sagen… wow! Sehr gelungen, mit tollen beerigen Noten, die mit der Zeit immer süßer und karamellartiger werden. Der 7 Jahre alte Malt besitzt eine wunderbare Fülle und ist durch den hohen Alkoholgehalt von 59,7% ordentlich intensiv. Leider ist Batch II schon ausverkauft, sonst hätte ich direkt eine Flasche mitgenommen. Batch III mit PX Finish ist noch im Webshop und ausgewählten Vertriebpartnern erhältlich. Nicht nur ich war begeistert von diesem Whisky, auch die Juroren beim ISW vergaben 2017 Gold für die Red Peaks. Derzeit wird auch eine eigene Brennerei geplant, um künftig auch eigenen Whisky brennen zu können. Ich bin sehr gespannt!

Für Max und mich ging es weiter in den nächsten Teil des Schlosses, wo es ausnahmsweise mal nicht um Whisky ging, sondern um Bier. Am Stand vom Nerchauer Brauhaus konnte man sich durch acht verschiedene Biere des Hauses probieren. Ganz vorn mit dabei war das malzig-rauchige „Pumpernickel„, das mit geschlossenen Augen an Schinkenbrot erinnerte. Außerdem konnte uns das „Nerchauer Schankbier“ mit viel Hopfen und reduziertem Alkohol begeistern. Begleitet wurde die Verkostung vom Braumeister persönlich, der keine Fragen offen ließ.

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The Gaultrons Campbeltown Blend am Stand von feinBrand Taucha

Im Untergeschoss des Schlosses gab es einen historischen Barber, der überaschender Weise wirklich gut besucht war. Am Stand gegenüber strahlten uns die Remarkable Regional Malts von Douglas Laing an. Bei Nico Kermes von feinBrand Taucha konnte ich nun endlich auch einmal den „The Gauldrons“ aus der Serie probieren und war positiv überrascht. Schon oft habe ich eher enttäuschte Meinungen zu diesem Campbeltown Blend gehört. Mir persönlich hat er ausgesprochen gut gefallen und Teilt sich nun mit dem Rock Oyster Sherry Edition Platz 1 in meiner persönlichen Remarkable Malts Rangliste. Auch mit Nico kamen wir schnell ins Gespräch und so berichtete er uns von der bevorstehenden Burns Nacht im Rittergut Plaußig am 25. Januar bei der er persönlich die Ode To A Haggis des schottischen Nationaldichters vortragen wird. Das werde ich mir nicht entgehen lassen und im Anschluss natürlich hier im Blog darüber berichten.

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Bowmore The Devil’s Casks III am Stand von Wein und Whisky Berlin

Vom gemütlichen Kellergewölbe ging es in das nicht minder einladende erste Obergeschoss, wo ich am Stand von Wein-und-Whisky Berlin den Bowmore The Devil’s Casks III verkosten konnte. Auch dazu bekommt man ja nicht so oft die Gelegenheit. Mit der Nachreifung in sowohl PX als auch Oloroso Sherry Fässern und dem für Bowmore typischen Rauch ein wunderbar tiefer und komplexer Malt. Ob er die 200€ pro Flasche allerdings wert ist, mag ich nicht beurteilen. So langsam neigte sich die Veranstaltung dem ende, hier und da wurden die ersten Flaschen bereits verstaut und wir konnten zum Abschluss noch einen 21 Jahre alten The Glenlivet Archive verkosten. Draußen wurde es bereits dunkel und so machten auch wir uns nun auf den Heimweg in Richtung Leipzig.

Abschließend kann ich nur sagen, dass uns dieser Tag in Trebsen ausgesprochen gut gefallen hat. Die Aussteller brachten eine große Vielfalt verschiedenster Whisk(e)ys mit. Alle in diesem Beitrag abzudecken würde schlicht den Rahmen sprengen. Zu erwähnen sind auch die Stände von Whisky’n’more, Alba Collection, Maltbarn, Jens Fahr, der Brennerei Finch, Scotland and Malts, Bodo Stoiber und und und… Etwas enttäuschend war die Auswahl im Bereich „Smoking“, der ja Teil des Messe sein soll. Max, der mich begleitete, erhoffte sich als Pfeifenraucher, dass es auch eine Auswahl  an Pfeifen und Tabaken geben würde. Dies tut aber dem Gesamteindruck keinen Abbruch. Wir hatten eine tolle Zeit, ausgezeichnete Gespräche, neue Bekanntschaften und natürlich ausgezeichnete Whisk(e)ys in unseren Gläsern.

Bis zum nächsten Jahr!

Sláinte,

Mr Barleycorn

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