Tullibardine 228 Burgundy Finish

Tullibardine gehört zu den jüngeren Destillerien in Schottland. William Delmé-Evans gründete sie erst im Jahr 1949 in Blackford gelegen zwischen Stirling und Perth. Bereits im 15. Jahrhundert wurde an der gleichen Stelle Bier von ausgezeichneter Qualität gebraut. Delmé-Evans baute die Brauerei innerhalb von zwei Jahren zu einer Brennerei um. Wie bei vielen anderen Destillerien wechselten die Eigentümer auch bei Tullibardine mehrmals. Heute gehört die Destillerie dem französischen Familienbetrieb Picard Vins & Spiritueux. Das macht sich auch in der aktuellen Range von Tullibardine bemerkbar. Tolle Weinfinishes und Namen, die auf die Fassgrößen der verwendeten Weine zurückgehen, machen machen die Abfüllungen zu etwas Besonderem. Grundlage für die Range ist der ausschließlich in firstfill exBourbon Fässern gereifte Tullibardine Sovereign. Auch die Nachreifung für die anderen Abfüllungen erfolgt ausschließlich in ausgewählten firstfill Weinfässern. Dadurch sind die Einflüsse der Fässer sehr deutlich in den einzelnen Abfüllungen der Brennerei zu spüren. Ich persönlich mag das sehr, auch wenn die vier Standards keine Altersangabe tragen. Die vier NAS Abfüllungen werden zusätzlich um einen 20- und einen 25-Jährigen Tullibardine ergänzt. Weitere Releases waren zuletzt ein Vintage 1970 und der 12-järige „The Murray “ aus der Marquess Collection. Nicht zu vergessen ist natürlich auch die Clubflasche 2017/2018 vom Horst 😉

Ich selbst mag Rotweinfinishes sehr. Zuletzt habe ich den Bunnahabhain Eirigh Na Greine und den Ledaig Hermitage Wood Finish aus der Gordon&MacPhail Private Collection (Review folgt!) mit Begeisterung verkostet. Der Tullibardine 228 Burgundy Finish ist mir aufgrund seines Preises aufgefallen. Für unter 30€ habe ich nicht lang überlegt und mir eine Flasche in den Barschrank gestellt. Für diesen Preis bekommt man einen Single Malt mit 43% Vol., der nicht nachgefärbt aber kühlgefiltert wurde. Das alter ist nicht bekannt, dürfte aber bei ca. 8 Jahren liegen. Nach der Reifung in firstfill exBourbon Fässern ließ man diesen Single Malt für 12 zusätzliche Monate in ehemaligen Burgunder-Weinfässern des Chateau de Chassagne Montrachet nachreifen. Diese Weinfässer fassen 228 Liter, daher der Beiname 228.

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Nase: Tolles Rotweinaroma, sehr fruchtig mit Waldbeeren und intensiver Vanille. Mit der Zeit etwas würziger mit Nelken und herber Schokolade. Nicht sonderlich komplex, aber trotzdem eine wundervolle Nase, die die Weinaromen toll rüberbringt.

Geschmack: Zuerst prickelnd auf der Zunge, dann sehr cremig. Fruchtig und wieder intensive Rotweinnoten. Auch die Vanille ist sehr präsent. Zusammen denkt man an Rote Grütze mit Vanille Sauce. Lecker! Der Malt ist auch auf der Zunge nicht wirklich komplex, aber fast gefährlich süffig. Der Einfluss der Burgunderfässer ist wirklich sehr deutlich, genau mein Ding!

Abgang: Kurz-Mittellang, weiterhin mit nun trockenem Rotwein, etwas Eiche, Crème brûlée.

Fazit: Wer Rotweinfinishes mag, kommt um diesen Single Malt nicht herum. Für nicht einmal 30€ bekommt man hier genau das, was man erwartet, wenn nicht sogar einiges mehr. Der Tullibardine Burgundy Finish ist sicher nicht sonderlich alt, aber die Rotweinaromen und die Jugend des Malts ergänzen sich meiner Meinung nach ausgezeichnet. Vor allem für Einsteiger ist dieser Malt eine echte Überlegung wert, was nicht heißt, dass erfahrene Genießer keinen Spaß mit ihm hätten. Mein Tipp: Dunkle Schoklade und Studentenfutter dazu! Viel Spaß beim selbst Probieren.

Sláinte,

Mr Barleycorn

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