Talisker 10

Nachdem ich in der letzten Zeit öfters in der Speyside unterwegs war, kehre ich heute endlich mal wieder auf die schottischen Inseln zurück – und zwar auf die Isle of Skye mit dem Talisker 10. Als ich den Talisker 10 vor einigen Jahren das erste Mal probierte, mochte ich ihn überhaupt nicht. Heute finde ich, dass er einer der besten Standardwhiskys da draußen ist. Doch schauen wir uns erst einmal die Geschichte der Brennerei an.

Talisker wurde 1830 von den Brüdern Hugh und Kenneth MacAskill auf der Isle of Skye gegründet. Schon 1854 starb Kenneth und Hugh musste die Destillerie nur kurze Zeit später der Bank überlassen. Neuer Pächter der Destillerie wurde Donald MacLennan, der jedoch nicht der beste Geschäftsmann war. 1867 übernahm dann Anderson & Co. die Geschäfte und auch diese Ära währte nicht lange, denn 1879 musste John Anderson, ins Gefängnis. Er hatte einfach Fässer verkauft, die noch nicht einmal existierten. Abermals erhielt Talisker eine neue Führung. Dieses Mal in Person von Alexander Grigor Allan, dem Gründer von Glenlossie und Roderick Kemp, der später Macallan erwarb. Als Kemp 1892 seine Anteile verkaufte, um Macallan zu erwerben, wurde zwei Jahre später die Talisker Distillery Ltd. gegründet. Alexander Grigor Allan arbeite zu dieser Zeit mit Thomas MacKenzie zusammen. Dieser übernahm die Geschäfte als sein Partner 1895 starb. 1898 gab es eine Fusion mit Dailuaine – Glenlivet Distillers und Imperial Distillers und Dailuaine – Talisker Distillers war geboren. 1916 verstarb auch MacKenzie und ein Konsortium aus John Walker, John Dewar, W.P Lowrie und Distillers Company Limited (DCL heute Diageo) übernahm die Talisker Destillerie. Aber was wäre eine solch aufregende und wechselhafte Geschichte ohne einen richtigen Kracher? Der folgte im Jahr 1960, als der Großteil der Destillerie niederbrannte. Doch schon 1962 konnte Talisker wieder öffnen und Whisky produzieren.

Heute kennen wir den 10-jährigen Malt alle als Teil von Diageo’s Classic Malts Reihe. Außerdem befinden sich Abfüllungen mit 18, 25 und 30 Jahren und diverse NAS Abfüllungen (Skye, Storm, Dark Storm, Port Ruighe,57° North, Neist Point) auf dem Markt. Nicht zu vergessen ist auch die Distillers Edition mit ihrem Amoroso Sherry Finish. Weiterhin geht ein großer Teil der 2,7 Mio. Liter p.a. in die Johnnie Walker Blends. Talisker Whisky ist bekannt für den sogenannten Chili-Catch, einer ordentlichen Pfeffernote. Zudem besitzt der Whisky eine gute Portion Rauch (Phenolgehalt 18 – 20 ppm.) und als Inselwhisky auch maritime Noten. Im Vergleich zu Islay Whiskies ist die Rauchnote des Talisker jedoch eher moderat. Kommen wir nun zur 10-jährigen Standardabfüllung.

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Der Talisker 10 durfte über die gesamte Zeit in ex-Bourbon Fässern reifen. Er wird mit den für die Brennerei typischen 45,8% Vol. abgefüllt, ist gefärbt und soweit ich weiß auch kühlgefiltert.

Nase: Der Rauch ist sofort präsent in der Nase. Auch der Alkohol ist sofort zu spüren, indem er die Nase kühlt. Außerdem fällt mir eine frische Zitrusnote auf. Nach einer Weile kommen helle Fruchtnoten, etwas Vanille und kandierter Ingwer durch.

Geschmack: Auch hier steht der Rauch an erster Stelle, aber gibt den anderen Aromen trotzdem Platz. Anfänglich schön süß und mit jeder Sekunde auf der Zunge wird er schärfer. Für mich eher Pfeffer als Chili. Die Zitrusnote ist auch wieder da und dazu etwas Menthol und Jod.

Abgang: Mittellang. Weiterhin pfeffrig, mit Honig, etwas Eiche und Vanillenoten. Auch der Rauch will nicht so ganz verfliegen.

Fazit: Für mich ein sehr schöner Malt, der durch seine klaren Aromen gefällt. Als ich ihn vor ein Paar Jahren das erste mal probiert habe, mochte ich den Talisker 10 gar nicht. Warum kann ich inzwischen gar nicht mehr sagen. Ich mag die Frische, die er ausstrahlt und gleichzeitig dieses Schroffe, das er mit dem Rauch und der Schärfe mitbringt. Keine Schnörkel und klare Aromen machen den Talisker 10 für mich zu einem der besten Standards, auch deswegen, weil er so eigen ist. Zudem stehe ich auf maritime Malts und zu diesen zählt der Talisker 10 quasi als Prototyp nunmal. Muss man auf jeden Fall mindestens einmal probiert haben.

Sláinte,

Mr Barleycorn

4 Kommentare zu „Talisker 10

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