Dalmore King Alexander III

Bevor ich zum eigentlichen Post komme, möchte ich Euch allen ein gesundes, erfolgreiches und glückliches Jahr 2018 wünschen. Drei Monate wird Mr Barleycorn nun schon aktiv mit Inhalten gefüttert, wächst, gedeiht und findet immer mehr Zuspruch. Vielen Dank daher an alle Leser und Unterstützer. Ich war zum Ende des Jahres hin viel unterwegs und habe es leider nicht geschafft, den Blogeintrag für den King Alexander III fertigzustellen. Daher hole ich dies nun mit diesem Eintrag nach. Viel Spaß beim Lesen – Slaínte!

The Dalmore King Alexander III – das klingt schonmal sehr majestätisch. Die Aufmachung der Verpackung und nicht zuletzt der deutlich über 100 Euro liegende Preis lassen die Erwartungen an diesen Malt zusätzlich steigen. Ich habe die Flasche zum 30. Geburtstag von meiner Mutter bekommen, daher ist sie auch so etwas ganz besonderes für mich persönlich.

Die Brennerei Dalmore befindet sich in den nördlichen Highlands und gehört zum Glasgower Blending House Whyte & Mackay. Gegründet wurde die Destillerie im Jahr 1839 von Alexander Matheson. Dieser war kein Brenner, sondern Händler und so ließ er die Familie MacKenzie die Brennerei betreiben. Große Mengen des Destillates gingen schon damals an Whyte & Mackay. 1891 kauften die drei Brüder der MacKenzie Familie die Distillery. Knapp 70 Jahre später fusionierte Dalmore mit Whyte & Mackay. Was folgte waren mehrere Käufe und Wiederverkäufe durch internationale Inverstoren zwischen den Jahren 1990 und 2014. Heute gehört Whyte & Mackay zu Emperador Inc. von den Philippinen.

Dalmore selbst ist bekannt für seine schweren, sherrylastigen Whiskys. Seit über hundert Jahren unterhält Whyte & Mackay eine ausgezeichnete Beziehung zur Bodegas Gonzales Byass. So ist der Nachschub ausgezeichneter Fässer gesichert. Für die Auswahl der Fässer nach der Reifung ist Masterblender Richard Paterson verantwortlich. Dieser Mann hat über 50 Jahre Erfahrung im Whisky Business und trägt den Beinamen „The Nose“. Aber ich glaube, ich brauche Mr Paterson nicht weiter vorzustellen. Paterson ist wesentlicher Teil des Marketings für Dalmore und gibt dem Whisky auch ein menschliches Gesicht. Erwähnt seien hier die YouTube Videos, wie man Whisky „richtig“ verkostet. Selbst einzelne Abfüllungen, wie die Paterson Collection, sind nach dem Masterblender benannt. Da sind wir auch schon beim Thema Abfüllungen. Der Standard der Distillerie ist der 12-Jährige. Dazu gibt es einen 15, 18 und 25-Jährigen, die zusammen mit der 12 Jahre alten Abfüllung die Core Range von Dalmore bilden. Hinzu kommen zwei NAS Abfüllungen Cigar Malt und eben der King Alexander III, der vor mir steht.

img_20180103_134429801415974318869393.jpg

Im Jahr 1263 wurde König Alexander III durch ein Mitglied des Clans MacKenzie bei einer Jagd das Leben vor einem Hirsch gerettet. Seit dem darf der Clan den Zwölfender als königliches Symbol tragen. So ziert dieser auch die Flaschen der Brennerei Dalmore, die, wie schon gesagt, von der MacKenzie Familie betrieben wurde. Als Andenken an das Erbe der MacKenzies wurde die Abfüllung vor mir nach dem schottischen König Alexander III benannt. Alles ganz schön geschichtsträchtig. Nun aber zum Whisky. Das besondere an diesem Single Malt ist, dass hier nicht weniger als sechs verschiedenen Fassarten zum Einsatz kamen:

  • American White Oak Ex-Bourbon Casks
  • Matusalem Oloroso Sherry Wood
  • Madeira Barrels
  • Marsala Casks
  • Port Pipes
  • Cabernet Sauvignon Wine Bariques

Das ist nicht nur für den eigentlich ex-Bourbon und ex-Sherry Fässern gereiften Dalmore eine Besonderheit, sondern auch unter den meisten anderen Whiskys. Durch die vielen verschiedenen Fässarten, kann man hier eigentlich schon von einem Dalmore-internen Blend sprechen. Der King Alexander III wurde mit 40% Vol. abgefüllt, ist kühlgefiltert und enthält Zuckercouleur. Das sind gleich drei Fakten, die mich bei einem Preis jenseits der 100 Euro für einen Whisky ohne Altersangabe überraschen. Zumindest genügend Farbe sollte er doch bei sechs verschiedenen Fässern mitbekommen haben. Schade eigentlich. Nun aber zu den Notes:

Nase: Wow! Tolle Fruchtnoten nach Rosinen und getrockneten Datteln. Gleichzeitig aber auch frische Fruchtnoten nach Apfel und Pfirsich. Nach einer Weile habe ich die Assoziation mit Rum und auch holzige Noten kommen durch. Außerdem kann ich Spuren von Zitrusfrüchten, Menthol und Nüssen entdecken. Die Nase ist wirklich der Hammer. Ich habe bestimmt 10 Minuten nur gerochen.

Geschmack: Der Malt bringt sofort eine schwere Süße mit. Die Fruchtigkeit geht für mich nun sofort in Richtung Pfirsich und erinnert mich etwas an Eistee. Auf der vorderen Zunge prickelt der Dalmore etwas. Ich kann etwas „muffiges“ entdecken (vllt. Leder) und zunehmend dunkle Trockenfrüchte, Nüsse und eine angenehme Würzigkeit entdecken. Ein 10-Jähriger steht hier auf jeden Fall nicht vor mir – schön Komplex.

Abgang: Der Abgang ist eher mittellang, ja fast kurz und enttäuscht mich etwas. Es bleiben Gewürze, etwas Pfirsich und schokoladige Noten. Den Zimt und das Muskat, die auf der Umverpackung angegeben sind, kann ich durchaus nachvollziehen. Zum ende hin leicht bitter.

Fazit: Insgesamt ist der Malt sehr rund und tut keinem Weh. Die Nase ist wundervoll komplex und führt dazu, dass man immer weiter riechen möchte. Im Mund hat mich der King Alexander III zuerst etwas enttäuscht. Das lag zum einen daran, dass er leicht verwässert wirkt. Einige Prozente mehr täten ihm sehr gut. Zum anderen war der Abgang leider wirklich etwas zu kurz. Nichtsdestotrotz, die Pfirsichnote in Kombination mit dem Alter und der angenehmen Würze finde ich sehr lecker. Dieser Dalmore lässt sich sehr gut genießen und bringt wirklich etwas majestätischen mit sich. Da ist zum einen die Reifung in sechs verschiedenen Fassarten, die eine Seltenheit darstellt. Zum anderen die vielen Feinheiten, die man mit jedem Schluck neu entdecken kann. Trotzdem hätte ich mir den King Alexander III sicher nicht selbst gekauft, da es für diesen Preis für meinen Geschmack deutlich interessantere Whiskys gibt. Ein schlechter Whisky ist er deshalb keinesfalls, ganz im Gegenteil.

Sláinte,

Mr Barleycorn

Ein Kommentar zu „Dalmore King Alexander III

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s