Craigellachie 17

Heute bin ich mal wieder in der Speyside. Nur wenige Minuten von Aberlour entfernt liegt die Craigellachie Brennerei im gleichnamigen Ort. Die Destillerie wurde 1891 von Peter Mackie und Alexander Edward gegründet und produziert seit 1898. Wenig später wurde Craigellachie Teil der von Mackie gegründeten White Horse Distillers Ltd., die wiederum 1927 von der DCL (später Diageo) übernommen wurden. Seit 1998 gehört die Brennerei zu Barcardi Martini. Der Großteil der Produktion geht in die Blends von John Dewar & Sons und White Horse. Die Single Malt Abfüllungen von Craigellachie bis 2014 sehr rar. Seit dem gibt es die 13, 17, 19 und 23 Jahre alten Standardabfüllungen, die 2015 um eine 31 Jahre alte limited edition ergänzt wurden.

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Das Besondere an Craigellachie ist, dass hier noch mit traditionellen „wormtubs“ gearbeitet wird. Das sind spiralförmige Kupferrohre in einem Wasserbad, die für die Kondensation des Alkohols sorgen. Nur noch wenige Brennereien nutzen diese Art der Kondensatoren. Durch den vergleichsweise geringen Kupferkontakt, entsteht so ein schwerer Rohbrand. Craigellachie selbst beschreibt dies als das Rückgrat des Malts. Ich bin gespannt auf das Ergebnis.

Der 17 Jahre alte Craigellachie, der nun vor mir steht, reifte in amerikanischen Eichenfässern. Er wurde mit 46% Vol. Alkohol abgefüllt und ist weder gefärbt noch kühlgefiltert. Klingt gut! Auch hier hatte wieder jemand Liebe zum Detail. Die Aufmachung im „old fashioned“ Design ist sehr ansprechend, wie ich finde. Auf jeden fall eine Flasche die man gern auch mal präsentiert. Wenn der Craigellachie 17 jetzt noch schmeckt, wäre alles perfekt. Ich habe mir mal wieder ein Sample besorgt, um zu verhindern, zu viele geöffnete Flaschen im Schrank zu haben. Aber auch die Großflasche wird irgendwann mal auf gemacht. So, nun aber rein ins Glas.

Nase: Süß, leicht frisch, Vanille, Werter’s Echte, Fruchtig, Pfirsich und Rosinen. Entwickelt sich mit der Zeit. Auch eine leichte Nussigkeit entdecke ich.

Geschmack: Das kannte ich bisher noch nicht. Die Zunge wird sofort von einer extremen Ölschicht umschlossen. Dann Süße, mehr Früchte und Zitrusnoten, der Pfirsich kommt wieder durch. Dazu eine tolle Karamellnote mit etwas Vanille und würziger Eiche. Die Öligkeit bleibt. Lecker!

Abgang: Mittellang und wärmend. Malz bleibt zusammen mit einer leichten Fruchtigkeit auf der Zunge. Adstringierend.

Fazit: Also dieses Mundgefühl ist wirklich eine abgefahrene Sache. Als wäre im Craigellachie 17 wirklich Öl enthalten, was natürlich Quatsch ist. Neben seiner tollen Aufmachung kann der Craigellachie 17 definitiv auch mit seinen inneren Werten überzeugen. Die Fruchtnoten in Kombination mit der Süße und dem Karamell lassen entfernt an Kuchen denken. Zuletzt war der Malt recht günstig bei einem großen Versandhändler zu haben. Derzeit kann man mit ca. 60€ für diesen 17-Jährigen rechnen. Ein super Preis, für das Alter, 46% Vol. und einen überzeugenden Malt.

Sláinte,

Mr Barleycorn.

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