Highland Park 18 & Harviestoun Ola Dubh 18

Ich habe von meinem Freund Max eine Flasche Harviestoun Ola Dubh 18 zum Geburtstag bekommen (Danke Max!). Dieses Ale wurde für 6 Montate in Highland Park 18 Fässern gereift. Als Grundlage diente das Harvierstoun Old Engine Oil mit bis zu 10,5% Vol. Nach der Reifung in Single Malt Fässern wird das Ola Dubh (gesprochen Ola Duuh) mit 8% Vol abgefüllt. Mitte diesen Jahres habe ich mir eine Flasche des Highland Park 18 zugelegt und so kann ich nun die Gelegenheit nutzen, und beide gleichzeitig verkosten. Da in meiner Bar gerade einige geöffnete Flaschen stehen, habe ich mir ein Sample des Highland Park besorgt, um nicht noch eine weitere Flasche anzureißen. Aber seid euch sicher, dass auch diese noch geöffnet wird.

Die Brennerei Highland Park befindet sich nördlich des schottischen Festlandes auf den Orkney Inseln. Seit Ende des 18. Jahrhunderts wird hier Whisky gebrannt. Zu den früheren Besitzern der Destillerie zählten James Grant und Highland Distilleries und seit 1999 zur Edrington Group. Die Anzahl der Abfüllungen bei Highland Park ist aufgrund der unzähliger Sondereditionen kaum zu überblicken. Die Core Range besteht aus Highland Park 10, 12, 18, 25, 30 und 40 Jahre. Sehr beliebt war auch der Highland Park Dark Origins mit seinem hohen Sherryfassanteil, der vom Markt genommen wurde und durch den Highland Park Valkyrie ersetzt wurde. Der 18-Jährige der Destillerie steht nun vor mir. Er hat schon diverse Preise abgeräumt und wurde von so manchem als bester Whisky der Welt bezeichnet. In diesem Jahr hat Highland Park eine neue Designlinie eingeführt, unter der dieser Malt nun als „Viking Pride“ bekannt ist. Ich habe jedoch die alte Version vor mir. Schmeckt genau so.

Zur Verkostung: Ich habe zuerst den Whisky Verkostet und erst danach das Bier probiert.   So konnte ich die Bestandteile des Highland Park 18 im Ola Dubh wieder finden bzw. wissen, wonach ich suchen muss. Die Jungs vom Barleymania Blog sind einen anderen Weg gegangen und haben das Ola Dubh 18 und das Harviestoun Old Engine Oil parallel verkostet, um den Highland Park Einfluss zu erkennen. Schaut auch da mal vorbei, super Beitrag!

Highland Park 18:

Der Highland Park 18 wurde mit 43% Vol. abgefüllt und reifte für mindestens 18 Jahre in exSherry- und Bourbon Fässern. Auf dem Label steht nichts von Zuckercouleur und die 43% lassen auf eine Kühlfilterung schließen.

img_20171204_2011151902379752352116936.jpgNase: Rund, Blumig, leichter Rauch und eine schöne Fruchtnote. Der Sherryfasseinfluss ist sehr angenehm und bringt eine leichte Schokonote mit. Nach dem ersten Schluck rieche ich dann auch die oft beschriebenen Kräuter.

Geschmack: Ein sanfter Antritt, der mit der Zeit immer mehr in Schwung kommt und leicht auf der Zunge prickelt. Ich weiß gar nicht, wo ich zuerst hin schmecken soll. Da ist ein toller, im Vergleich zu Islay Whiskys zarter Rauch. Als nächstes fällt mir eine maritime Süße (süß-salzig) auf, anders kann ich es nicht beschreiben. Auch der Sherryeinfluss ist sehr präsent, mehr noch als in der Nase. Dazu wieder etwas schokoladiges und in Honig eingelegte Walnüsse. Kein Brennen, kein Beißen, die 18 Jahre im Fass merkt man. Wunderbar rund und trotzdem so komplex – genau mein Ding.

Abgang: Lang. Trockener Werdend. Leicht rauchig. Mandarinen.

Harviestoun Ola Dubh 18

img_20171204_2010336675778346769981095.jpgNase: Ganz deutlich Zuckerrübensirup, etwas Bitterkeit, wie bei leicht angebranntem Karamell. Etwas Rauch und entfernte Früchte.

Geschmack: Meine Nase wird bestätigt: Wieder der Zuckerrübensirup, der leicht bitter wird. Trotzdem schön spritzig und ein tolles Mundgefühl, leicht dickflüssig (Vielleicht auch daher meine Assoziation mit dem Sirup). Nun kommt auch etwas dunkle Frucht durch (Rosinen). Beim Zweiten und dritten Schluck kommt dann auch der ganz leichte Rauch. Erinnert mich insgesamt an ein Porter, nur mit etwas mehr Power.

Abgang: Leichte Bitterkeit und etwas dunkle Schokolade mit etwas Säure. Sehr lecker.

Fazit: Der Highland Park 18 ist für mich einer der besten Single Malts, die ich in diesem Jahr probiert habe. Mit mindestens 99€ leider sehr preisintensiv. Trotzdem hat mich das Zusammenspiel seiner Aromen vom Hocker gehauen. Weniger als die 43% Vol. dürfte er meiner Meinung nach nicht haben. 46% Vol. würden ihm sicher gut stehen, aber für mich gehen die 43% Vol. voll in Ordnung. Dem Harviestoun Ola Dubh merkt man die Reifung in Highland Park 18 Fässern nicht sofort an. Keine Frage, es ist ein ausgezeichnetes Bier, aber wenn ich nicht wüsste, dass es in Whisky Fässern gereift wurde, hätte ich es nicht heraus geschmeckt. Mit diesem Wissen konnte ich jedoch gezielt nach den Aromen suchen und wurde fündig. Man erkennt den Rauch und die Fruchtigkeit des Highland Park im Ola Dubh wieder. Für mich war das mal wieder eine interessante Erfahrung. Ich bin auch gespannt auf weitere Experimente von z.B. St. Kilian Distillers, die ihren Whisky unter anderem in Bierfässern einer nahegelegenen Brauerei reifen. Im Anschluss gehen diese Fässer zurück zur Brauerei, um dann wiederum Bier darin zu reifen. Scheint so, als käme das klassische Herrengedeck wieder in Mode.

Sláinte,

Mr Barleycorn

3 Kommentare zu „Highland Park 18 & Harviestoun Ola Dubh 18

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