Islay Special im Green Island Pub Zeitz (Whisky Tasting)

Gestern ging es mit dem Zug nach Zeitz. Genauer gesagt in den Green Island Pub. Dort veranstaltet Inhaber Andreas Weitze regelmäßig Tastings mit verschiedenen Schwerpunkten. Gestern war Mal wieder Islay dran. Es liegt wahrscheinlich an der kalten Jahreszeit, dass die Islay Tastings alle gegen Ende des Jahres stattfinden. Ich war ja zuletzt erst Gast beim Peat Fire in der Gourmetage. Heute also Zeitz. Ich muss zugeben, dass ich bisher noch nie in Zeitz war. Der Green Island Pub ist aber über die Grenzen der Stadt bekannt. Kein Wunder, dass das Green Island auch bei den Germany’s Best Whisky Awards auf der Interwhisky 2011 zu den Preisträgern gehörte. Von Leipzig aus kommt man entspannt mit dem Zug in 30 Minuten nach Zeitz. Die Heimreise gestaltet sich da schon schwieriger. Am besten eine Nacht bleiben.

Doch nun zum Tasting. Nachdem wir eine ordentliche Grundlage im Pub verputzt hatten, ging es nach oben in den Tasting Room. Dort wartete Andreas schon mit dem Aperitif und begrüßte jeden Gast persönlich mit Handschlag. Zum Einstieg gab es einen Bunnahabhain Eirigh na Greine. Der war überraschend süffig. Ich persönlich mag ja in Rotweinfässern gelagerte Whiskys sehr gern. Mit 50 % Vol. war der Eirigh na Greine auch gleich ein ordentlicher Einstieg – wir sind hier immerhin auf Islay. Schöne dunkle Fruchtnoten gepaart mit einem Hauch Salz, Schokolade und eine gewisse Schärfe im Abgang, die an kandierten Ingwer erinnert. Ein schöner Start, der Islay auch von seiner ungetorften Seite zeigt.

img_20171201_195607552913356587377270.jpgAndreas merkt man an, dass er für Whisky lebt. Er hat das Tasting mit vielerlei Wissenswertem, persönlichen Annekdoten und wundervollen Aufnahmen der Brennereien gestaltet. Gegen Ende des Tastings trat er selbst etwas in den Hintergrund und ließ uns, die Gäste, bei keltischen Klängen und Impressionen der Insel ein wenig Richtung Islay schweifen. Die Stimmung im Publikum war ausgezeichnet, Fragen wurden gestellt und an den Tischen wurde gefachsimpelt.

Nach dem Bunnahabhain als ersten Whisky des Abends folgte ein 14 Jahre alter Bruichladdich als Singlecask Abfüllung aus der „The Maltman“ Serie. Den auschließlich in Sherrybutts gereiften Bruichladdich habe ich schön cremig in Erinnerung, dazu typische Sherryaromen und eine leichte Pfeffrigkeit. Die kräftigen 54,9% Vol. machen den Laddie dazu kraftvoll von Anfang bis Ende. Ich habe auf jeden Fall ein Paar Tropfen Wasser hinzugefügt. Nummer Drei des Abends war der Kilchoman 2011/2015 Madeira Cask Matured. Der Single Malt aus Islays einziger Farmdestillerie brachte tollen knackigen Lagerfeuerrauch mit. Dazu eine schöne spritzige Fruchtnote (vllt. Apfel) und ganz deutliche Nussaromen. Wir waren uns uneinig, ob diese nun eher in Richtung Hasel- oder doch Erdnuss gehen. Sagen wir einfach, dass er nussig war. Nummer Vier für den Abend war der Caol Ila Distillers Edition 2004/2016. Dieser Single Malt aus dem Hause Diageo durfte in Moscatel Casks nachreifen. Für mich war er direkt eine der besten Whiskys, die ich in der letzten Zeit probiert habe. Okay, sonderlich alt ist er nicht, aber dafür einfach lecker. Für 12 Jahre ziemlich komplex. Ordentlicher Rauch, ein paar maritime Noten, dazu Zitrusfrüchte, Schoki und eine angenehme Süße. Super! Weiter im Programm. img_20171201_1955133613131827115895079.jpgNummer Fünf: Bowmore Tempest 10 aus dem Bourbonfass. Vieleicht lag es an den nachgereiften Abfüllungen zuvor, aber ich wurde mit diesem Bowmore nicht warm. Dem muss ich ein anderes Mal noch einmal probieren. An diesem Abend fand ich ihn recht eindimensional und sprittig. Klar, ordentlich Rauch hatte er, dazu dezente Süße und eine gewisse Schärfe. Das nächste Glas war gefüllt mit einem Lagavulin Distillers Edition 2000/2016. Ein absolut runder Malt, der sich toll trinken lässt. Die dunklen Fruchtnoten aus der Nachreifung in PX Fässern harmonieren perfekt mit dem maritimen, speckigen Rauch. Mit 43% Vol. vielleicht etwas schwach auf der Brust, 46% stünden ihm sicher gut. Trotzdem, sehr lecker, voluminös und gut zu trinken. Toll ist, dass sich der Rauch erst im Mund breit macht, wenn man ihn herunter schluckt. So, nun aber zu Nummer Sieben: Der Laphroaig Brodir. Über den hatte ich schon viel gehört, meistens Positives. Und er hat mich auf keinen Fall enttäuscht. Der typische medizinische Laphroaig Rauch ist hier etwas sanfter und gepaart mit tollem Portweineinfluss. Schöne Süße mit etwas säure im Abgang führen zu wahren Wasserfällen im Mund. Und nicht zu Vergessen: die Farbe! Der Brodir hat eine tiefe Bernsteinfarbe, richtig toll. Den Abschluss machte der Ardbeg Corryvreckan. Ein Klassiker, wie ich finde. Ich habe ihn schon des Öfteren probiert und muss in der richtigen Stimmung sein, um ihn auch richtig genießen zu können. 57,1% Vol. sind eine ordentliche Hausnummer. Ich habe ihn direkt runtergewässert. Aber dann tat sich gleich ein ganzes Potpourri an Aromen auf. Richtig kräftiger Rauch, helle Früchte, Crème Brûlée, hier auch kandierter Ingwer, Gewürze. Schöner Abschluss für das Tasting. Ein besonderer Dank noch einmal an Andreas für den super gelungenen Abend.

Solltet ihr die Möglichkeit haben, schaut auf jeden Fall Mal im Green Island Pub vorbei!

Auf der Website gibt es viele weitere Infos über den Green Island Pub und zahlreiche Veranstaltungen.

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