Ardbeg Uigeadail

In der letzten Woche gab es einen Bericht zum Tasting in der Leipziger Whisky Lounge, heute gibt es wieder ein Review – der Ardbeg Uigeadail.

Muss ich über Ardbeg eigentlich noch Worte verlieren? Ein Paar können vielleicht nicht schaden. Die Ardbeg Destillerie wurde 1815 an der Südküste der Hebrideninsel Islay durch die Bauernfamilie MacDougall errichtet. Zuvor wurde seit 1794 schwarz gebrannt. Während die Destillerie zeitweise mehr als 200 Mitarbeiter beschäftigte, eine eigene Küferei betrieb, ihre Gerste selbst mälzte und es sogar eine Schule für die Kinder der Mitarbeiter gab, musste sie wie viele andere Destillerien ende des 20. Jahrhunderts schließen. 1981 bis 1989 war Ardbeg komplett geschlossen. Darauf folgte eine Periode mit einer extrem reduzierten Produktion bis 1996. Im Folgejahr übernahm dann Glenmorangie die Destillerie und seit dem produziert Ardbeg wieder auf Hochtouren. Alte Abfüllung der Destillerie sind sehr schwer und wenn dann nur zu sehr hohen Preisen zu finden. Die jährlichen Sonderabfüllungen sind auch stets Objekt größter Begierde. Für mich als Student müssen diese Schätze also noch etwas warten. Die Core-Rage der Destillerie braucht sich aber keineswegs zu verstecken. Diese bietet derzeit vier Single Malts: Ten, Corryvreckan, An Oa und den vor mir stehenden Uigeadail.

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Der Ardbeg Uigeadail ist benannt nach Loch Uigeadail, das das Wasser für die Ardbeg Destillerie liefert. Die Abfüllung ist seit 2003 dauerhaft verfügbar. Der Preis liegt derzeit zwischen 55€ und 70€, je nachdem von wo man ihn bezieht. Es handelt sich um eine Vermählung von 10% Ardbeg aus Sherryfässern und 90% Ardbeg aus Ex-Bourbonfässernn. Mit seinen 54,2% vol. war der Ardbeg Uigeadail der erste Ardbeg in Fassstärke nach der Übernahme der Destillerie durch Glenmorangie. Der Single Malt ist nicht Kühlgefiltert und auch nicht gefärbt. Aber ich habe jetzt schon wieder viel zu viel geschrieben, jetzt wird probiert:

Nase: Sofort ordentlicher Rauch, dann aber auch gleich eine enorme Süße. Genau das, was ich mir erwartet hatte, bevor ich mir die Flasche gekauft habe. Wenn sich die Nase erst einmal an den Rauch und den relativ starken Alkoholgehalt gewöhnt hat, kommen dunkle Früchte, herbe Schokolade und in Räucherspeck gewickelte Pflaumen dazu. Schön komplex.

Geschmack: Der Rauch ist immer noch voll da und verbindet sich wunderbar mit der Süße, die auch schon zu riechen war. Schön ölig, Schokolade (70%), wieder Pflaumen im Speckmantel, witziger Weise kommen jetzt noch entfernt karamellisierte Zitrusnoten dazu. Der Alkoholgehalt von 54,2% vol. steht dem Malt sehr gut und lässt Raum zum runterwässern.

Abgang: Lang, angenehm trocken werdend, macht sofort Lust auf einen zweiten Schluck. Der Rauch scheint nicht ganz weg gehen zu wollen. Super!

Tipp: In der Facebook Gruppe „Whisky Gruppe – Tipps, Diskussion, Fragen & Antworten“ gab es zuletzt eine interessante Diskussion über das Schnüffeln am ungespülten Whiskyglas am nächsten Tag. Der Ardbeg Uigedail ist dafür meiner Meinung nach super geeignet, da die typische Süße am Tag später noch einmal wunderbar zur Geltung kommt und der Rauch sehr zart wird. Wirklich super lecker und jedem zu empfehlen.

Slainte,

Mr Barleycorn

Ein Kommentar zu „Ardbeg Uigeadail

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